Alle Polizisten müssen länger arbeiten

Aufgrund einer Entscheidung des Verfassungsgerichtes verfallen alte Vorteile bei der Ruhestandsregelung für bestimmte Polizisten. Im Rahmen der Polizeireform konnten vor einigen Jahren manche Polizeibeamte von einer günstigeren Ruhestandregelung profitieren.

Dies bedeutete für bestimmte Polizisten – die ehemaligen Gendarmen -, dass sie bereits mit 54 oder 56 Jahren die Pensionierung beantragen konnten. Für eine kleinere Gruppe von 2.000 ehemaligen Offizieren der Gemeinde- und der Gerichtspolizei war eine Pensionierung aber weiterhin erst mit 62 möglich.

Die kleinere Polizeigewerkschaft Sypol fand diese Regelung diskriminierend und zog vor das Verfassungsgericht. Damit wollte die Gewerkschaft erreichen, dass alle Kollegen weniger lange arbeiten müssen. Das Gericht beschloss zwar, dass alle Beamten gleich behandelt werden sollten, schaffte aber die bisherigen Vergünstigungen für alle Polizisten ab.

Das könnte bedeuten, dass einige Betroffene bis zu acht Jahre länger arbeiten müssen als sie erwartet hatten. Die anderen Polizeigewerkschaften reagierten erbost auf das Urteil. Sie sprachen von einem Drama.

Belgiens zuständige Bundesinnenministerin Joëlle Milquet äußerte sich überrascht und will nach eigenen Angaben darauf hinwirken, die Folgen des Urteils für die Betroffenen abzumildern.