Fast 400 Belgier sitzen im Ausland im Gefängnis

Genau 399 Landsleute verbüßen derzeit eine Haftstrafe in einer Haftanstalt im Ausland. Die Mehrheit von ihnen wurde nach Handel, Besitz oder Konsum von Drogen zu Gefängnisstrafen im Ausland verurteilt, wie aus dem belgischen Außenministerium in Brüssel verlautete.

Die meisten von ihnen, so Außenamtssprecher Joren Vandeweyer am Montagmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion, nämlich 90, sitzen in Frankreich in einer Zelle. Danach folgen Deutschland (55), Spanien (46), Marokko (34) und Italien (22). Damit sitzet in diesen Ländern knapp die Hälfte aller belgischen Häftlinge im Ausland.

Statistisch gesehen sitzen 208 der 399 belgischen Landsleute in ausländischen Knästen wegen Drogendelikten ein, 36 für Mord, 32 nach Betrug, 27 nach Verstößen gegen die Sittenregeln in ihren Gastländern, 15 wegen Diebstahl und 3 wegen Menschenhandel. Doch die Zahl der im Ausland einsitzenden Belgier geht zurück.

Das liegt daran, dass immer mehr in anderen Ländern verurteilte Straftäter ihre Haft in Belgien absitzen, wenn die Länder, in denen sie verurteilt wurden, entsprechende Justizabkommen mit unserem Land vereinbart haben.

Genauere Angaben will das belgische Außenministerium dazu nicht weitergeben. Nur so viel, dass die meisten dieser Haftstrafen „sehr lange“ sind.

Die Gültigkeit des Reisepasses ist wichtig

Das Außenamt warnt, dass auch „kleinere“ Vergehen schwerwiegende Folgen haben können, wie Sprecher Vandeweyer sagte: „Ein Problem ist, dass Reisende oft lange unterwegs sind, obschon deren Reisepass seine Gültigkeit verloren hat. Viele Staaten verlangen, dass ein Reisepass mindestens sechs Monate lang, nach dem man das jeweilige Land betreten hat, gültig sein muss.“

Doch diesbezüglich kam eine gute Nachricht: Belgiens Reisepässe haben in Zukunft sieben Jahre Gültigkeit und nicht mehr nur fünf, wie bisher.