Klage nach der Demo für Palästina in Antwerpen

Das Forum der Jüdischen Organisationen in Belgien hat Klage gegen die Veranstalter der Demonstration gegen die Gewalt in Palästina, die am Samstag in Antwerpen stattfand, eingereicht. Dabei seien anti-jüdische und rassistische Parolen geschwungen worden, hieß es zur Begründung der Klage.

Das Forum der Jüdischen Organisationen hat diesbezüglich Klage beim Zentrum für Chancengleichheit und gegen Rassismus eingereicht. Während der Demonstration in Antwerpen seien am Samstag Slogans, wie „Tod allen Juden“ und „Khaybar Ja Yahud“ gerufen worden. Nach Ansicht von Michael Freilich, Chefredakteur der flämischen Zeitschrift „Joods Actueel“, habe dies nichts mit einem friedlichen Protest gegen Israel und auch nicht mit einer Demonstration gegen die Gewalt in Palästina zu tun.

„Khaybar Ja Yahud“ ist ein uralter Spruch, der an Massaker und an die Vertreibung von Juden erinnere, so Freilich: „Wenn die Demonstranten Böse auf Israel sind, dann müssen sie ihren Unmut gegen Israel richten, aber nicht gegen alle Juden und schon gar nicht gegen die Juden aus Antwerpen, die keine israelischen Staatsbürger, sondern Belgier sind.“ Freilich fordert die Antwerpener Polizei dazu auf, in diesem Fall zu ermitteln und die Anführer dieser rassistischen Hetze festzunehmen. Die oben genannten Sprüche sind von mehreren Medien aufgezeichnet worden.

Inzwischen gaben die Veranstalter der Demonstration, einige moslemische Organisationen aus Antwerpen, an, nicht verantwortlich dafür zu sein, was einige junge Hitzköpfe skandieren würden. Karim Hassoun, einer der Mitveranstalter der Demo, gab an, diese Sprüche nicht gehört zu haben: „Ich finde es schade, dass man versucht, die Aufmerksamkeit anstatt auf die Katastrophe in Palästina zu legen, nur auf das dumme Zeugs verlegt, was einige Jugendliche von sich geben und was absolut nichts mit dem zu tun hat, was die Veranstalter vor Augen hatten.“