Brüssel: Höhere Mieten nach Koalitionsabkommen?

Das neue Brüsseler Regierungsabkommen werde die Mietpreise in die Höhe treiben, schreibt De Tijd als Reaktion auf das Koalitionsabkommen der sechs Parteien der neuen Brüsseler Regionalregierung. Das Abkommen wurde am gestrigen Montag vorgestellt.

Es handelt sich um eine Steuerverschiebung. Die Steuern auf Arbeit werden gesenkt, die Steuern für eine Zweit- oder gar Drittwohnung erhöht. Wer außerhalb Brüssels wohnt, muss ebenfalls etwas mehr Immobiliensteuer auf sein Haus in Brüssel zahlen.

Mit der zusätzlichen Steuer auf Immobilien würden die Erträge der Investoren von Immobilien gesenkt, so ein Experte bei der ING-Bank in der Zeitung De Tijd. Bei einer durchschnittlichen Steuererhöhung von 250 bis 300 Euro verliere ein Vermieter in Brüssel ungefähr eine halbe Monatsmiete im Jahr. Das macht rund 4 Prozent seines Bruttomieteinkommens aus. Die Vermieter würden sicher Vorsorge treffen, indem sie die Mietpreise erhöhten, warnt De Tijd.

Mit einer unmittelbaren Auswirkung auf die Immobilienpreise wird nicht gerechnet.

Der Brüsseler Wohnungsmarkt ist vor allem ein Mieter-Markt. Während im gesamten Land rund 75 Prozent ein Eigenheim besitzt, beträgt der Anteil in der Region Brüssel nur 50 bis 60 Prozent.

Von der neuen Maßnahme werden also vor allem die Vermieter getroffen, die selbst außerhalb der Brüsseler Region wohnen. Aus einer Statistik des belgischen Finanzministeriums geht hervor, dass 2013 68.220 Steuerbescheide für Immobilien in der Region Brüssel an Adressen außerhalb der Region gesandt wurden. 

Nur 275.325 Steuerbescheide für Brüsseler Immobilien gingen an Adressen in der Region. Für ein Gebäude können allerdings mehrere Steuerbescheide versandt werden, wenn zum Beispiel ein Gebäude mehrere Eigentümer hat.