Wann ist es zu warm, um zu arbeiten?

Endlich ist Sommer, die Temperaturen steigen sogar bis auf über 30 Grad. Dürfen die Arbeitgeber ihre Arbeitnehmer bei der Hitze zur Arbeit zwingen? Diese Frage hat sich der Unternehmerverband Unizo gestellt. Seit 2012 enthält das Gesetz mehrere Vorschriften hierzu. Der Unternehmerverband betont aber auch, dass es sich hierbei um eine Frage des gesunden Menschenverstandes handele.

Der Schwellenwert, bei dem ein Arbeitgeber etwas unternehmen muss, um sein Personal gegen Hitze zu schützen, ist je nach physischer Anstrengung, die eine Arbeit abverlangt, unterschiedlich und wird als WBGT-Index angegeben (Wet Bulb Globe Temperature). Dieser Index gibt die Temperatur wieder, die mit einem bestimmten Thermometer gemessen wird, das auch die Luftfeuchtigkeit in Betracht zieht. 

Aus diesem Grund ist die Temperatur, die mit dieser Art von Thermometer gemessen wird, häufig niedriger als bei einem klassischen Thermometer.

29 WBGT ist nicht gleich 29°C

Doch 29 WBGT entsprechen nicht unbedingt gleich 29°C. Der Schwellenwert für Arbeitnehmer, die leichte oder sehr leichte Arbeit verrichten liegt bei 29 WBGT. Beträgt die Luftfeuchtigkeit ungefähr 75% - wie das üblicherweise in Belgien der Fall für diese Jahreszeit ist, muss die Lufttemperatur schon 31 bis 32°C betragen, um die 29 WBGT zu erreichen.

Bei schwerer Arbeit liegt der Schwellenwert schon bei 22 WBGT. Mit einer Luftfeuchtigkeit von 75% bedeutet das, dass eine Lufttemperatur von 28 °C, bzw. 24°C, schon problematisch wird.

Was muss der Arbeitgeber bei Überschreitung der Schwellenwerte machen? Er muss zum Beispiel Getränke bereit stellen oder eine Klimaanlage in den Büros installieren und gegebenenfalls Ruhepausen einlegen. Arbeitnehmer, die der direkten Sonne ausgesetzt sind, haben übrigens ein Recht auf Sonnenschutzcrème, Schirmmützen oder ähnliches.