Reform des Wohnbonus: Widerstand

Der Abbau des so genannten Wohnbonus, der es in Flandern bisher ermöglichte einen Wohnungskredit teilweise von der Steuer abzusetzen, sorgt für negative Reaktionen in der Bauwirtschaft und bei den Immobilienmaklern. Die Bauwirtschaft befürchtet eine Verschlechterung der Auftragslage und die Makler gehen davon aus, dass es in Zukunft für junge Familien noch schwieriger wird, eine Eigentumswohnung zu erwerben.

Wer ab nächstes Jahr in Flandern ein Hypothekendarlehen aufnimmt, wird dafür bis zu 1.300 € weniger steuerlich entlastet. Die Bauwirtschaft rechnet mit negativen Folgen: „Kurzfristig werden die Betroffenen ihre Baupläne möglichst schnell umsetzen wollen, um noch von der bisherigen Steuervergünstigung profitieren zu können. Langfristig wird sich die Reform des Wohnbonus aber negativ für die Branche auswirken“, denkt Marc Dillen, Generaldirektor der flämischen Baukonföderation.

Wer jetzt Baupläne hat, der hat schon große Schwierigkeiten um von den Banken ein Baudarlehen zu bekommen. „Banken verlangen immer mehr Eigenmittel“, so Dillen. Auch die gesetzlichen Bestimmungen, um Häuser immer energieeffizienter zu machen, kosten Geld. Die Reform des Wohnbonus wird Bauen nun noch teurer machen, so die Befürchtung der Bauwirtschaft.

Auch die Immobilienmakler sehen die Entwicklung pessimistisch. John Romain (Immotheker) geht davon aus, dass junge, weniger kapitalkräftige Menschen gleich zwei Mal das Opfer dieser Steuerreform werden. Zum Ersten betrifft sie der geringere Steuervorteil für den Wohnungserwerb wie alle anderen auch und zum zweiten wird die Nachfrage nach kleineren und günstigeren Wohnungen steigen, was in diesem Marktsegment automatisch höhere Preise zur Folge haben wird.