Auf der Hut vor Syrienheimkehrern und weiteren Attentaten

Mehdi Nemmouche, der Verdächtige des Anschlags vom 24. Mai auf das jüdische Museum in Brüssel, hat etwa eineinhalb Monate vor dem Anschlag im Brüsseler Stadtteil Sint-Jans-Molenbeek gewohnt. Das schreibt die Zeitung De Standaard. Der Franzose algerischer Herkunft war aus Syrien zurückgekehrt. Infolge des Attentats in Brüssel haben auch andere jüdische Einrichtungen mittlerweile Vorsichtsmaßnahmen getroffen und das nicht nur in Belgien.

Lange Zeit war undeutlich, wo sich Nemmouche aufhielt, weil er sich vor den europäischen Sicherheitsdiensten verstecken konnte. Der 29-jährige Nemmouche wurde nach dem Anschlag in Marseille verhaftet. Diese Woche wurde einer Auslieferung in unser Land zugestimmt.

Infolge des Attentats in Brüssel haben viele jüdische Einrichtungen Vorsichtsmaßnahmen getroffen und das nicht nur in Belgien. Die jüdische Gemeinschaft scheint ein Ziel für islamistische Extremisten, die aus Syrien zurückkehren, zu sein. Viele jüdische Einrichtungen sind jetzt auf der Hut. "Wir sind bis Sonntag geschlossen", heißt es zum Beispiel im jüdischen Museum in Oslo. Es sei eine Vorsichtsmaßnahme, die man infolge des Attentats in Brüssel nehme. Laut der norwegischen Agentur NTB sei auch das jüdische Museum in Trondheim (im Westen) auf Empfehlung der Polizei geschlossen.

In Norwegen ist man seit Donnerstag in Alarmbereitschaft. Norwegens Geheimdienst sagt, dass er jüngst Informationen erhalten habe über eine Gruppe, die mit islamistischen Extremisten in Syrien in Verbindung stehe und möglicherweise einen Terrorakt in Norwegen verüben wolle.

Die Bedrohung sei glaubwürdig, obwohl man offenbar weder genauen Zeitpunkt, noch Ort, noch die Identität der Anstifter, noch ihren Aufenthaltsort kennt. Die Gruppe sei aber schon aus Syrien abgereist, um einen Anschlag im Westen zu verüben und Norwegen sei ausdrücklich genannt worden, so der Geheimdienst bei TV2 Nyhetskanalen. Man gehe davon aus, dass am Montag - an dem Tag wäre das jüdische Museum in Oslo normalerweise sowieso geschlossen und man öffne also nicht vor Dienstag -, ein Attentat verübt werden könnte. Der Montag ist der Tag, an dem in Norwegen das Ende des Ramadan gefeiert wird.