"Bitte keine Behörden-Reform auf Kosten von Frauen"

Da einige Einheiten der flämischen Behörden zusammengelegt werden sollen, besteht die Gefahr, dass die Zahl weiblicher Spitzenfunktionäre stark zurückgeht. Das schreibt die Zeitung De Standaard am Samstag.

Die letzte Regierung hat bereits einige administrative Fusionen beschlossen und jetzt kommen noch 12 Zusammenlegungen hinzu. Das hat die neue flämische Regierung angekündigt. Dadurch sinkt die Gesamtzahl der Spitzenjobs.

"Ansich ist das keine schlechte Sache", sagt Alona Lyubayeva, die flämische Beamtin für Diversität. "Wenn ich jedoch sehe, welche Abteilungen zusammengelegt werden, sieht es danach aus, als gehe das vor allem auf Kosten von Frauen an der Spitze."

Derzeit sind zwanzig der 94 führenden Spitzenfunktionäre eine Frau (21%). Vor dem Hintergrund der geplanten Fusionen ist die Gefahr groß, dass die Zahl der Spitzenfunktionärinnen auf zehn sinkt oder auf nur 15 Prozent, also die Hälfte der Sollzahl von 31 Prozent.

Lyu­ba­yeva weist daraufhin, dass die Politiker entschieden, welche Personen die neuen Abteilungen leiten sollen, aber "es käme sehr schlecht, wenn jedes Mal zufällig ein männlicher Beamter dafür ausgewählt würde."