Krawalle auf propalästinensischer Demo

Auf einer propalästinensischen Demonstration in Brüssel ist es am Sonntagnachmittag zwei Mal zu Ausschreitungen gekommen. Einige Jugendliche griffen Polizisten an, warfen mit Steinen und zündeten Gegenstände an. Ein Dutzend junger Leute wurde festgenommen. Zuvor hatten mehrere hundert Sympathisanten Israels friedlich vor der israelischen Botschaft in Brüssel demonstriert.

Rund 5.000 Menschen wollten am Sonntagmittag der palästinensischen Bevölkerung im Gazastreifen ihre Unterstützung kundtun. Die Demonstration wurde von rund 50 Organisationen mitgetragen, darunter auch zwei große belgische Gewerkschaften ACV und ABVV. Um 14 Uhr begann die Demo am Nordbahnhof in Brüssel.

Die Demonstranten forderten eine grundlegende Lösung für den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern. "Das ist in erster Linie eine humanitäre Krise und eine Schändung des internationalen Rechts", sagte Lieve Franssen, der die Demo mitorganisierte. "Zweitens muss man endlich einmal aufhören mit der Besetzung des palästinensischen Gebiets, was natürlich die Ursache des Streits ist", findet Franssen. "Sobald die Besetzung gelöst ist, sobald also eine echte Zweistaatenlösung erreicht ist, hört das auf, aber anscheinend ist Israel nicht bereit, darauf einzugehen."

Nicolas Maeterlinck

Rund eine Stunde nach Beginn der Demo kam es das erste Mal zu Ausschreitungen. Aus den Seitenstraßen kamen einige maskierte junge Leute, die zusammen mit einer Gruppe Jugendlicher an der Spitze begannen, mit Steinen zu werfen und auf Autos zu springen, auch auf das VRT-Auto. Zahlreiche Polizisten mussten eingreifen. Ein Dutzend Jugendlicher wurde festgenommen.

Danach blieb die Polizei in großer Zahl anwesend. Ein Hubschrauber kontrollierte die Demo von der Luft aus.

Gegen Ende der Demo kam es dann im Europaviertel erneut zu Ausschreitungen. Fenster wurden eingschlagen und eine amerikanische Fahne verbrannt sowie Sicherheitskameras beschädigt. Die Polzei sperrte die Seitenstraßen ab.

Gegen 17 Uhr wurde die Demo beendet. Demonstraten hielten Ansprachen und einige riefen auch Parolen wie "Mörder Israel"  und "Boykott Israel".