Lambertz "Zomergast" beim VRT-Radio

Nach 15 Jahren als Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft und als frisch gewählter Vorsitzender des Parlaments in der DG war Karl-Heinz Lambertz am Mittwochmorgen zu Gast bei Radio 1. Lambertz erläuterte die neuen Zuständigkeiten, die im Rahmen der jüngsten Staatsreform an die 76.000 Bürger zählende Gemeinschaft geht.

Präsentatorin Veerle Devroe fragte das politische Schwergewicht der  Deutschsprachigen nach der Bilanz seiner 15 Jahre als Ministerpräsident.

Lambertz erwiderte, dass er nicht erst seit 15, sondern bereits seit 40 Jahren für ein vollwertiges regionales Statut für das deutschsprachige Belgien kämpfe.

Nach einer vom deutschsprachigen Parlament verabschiedeten Resolution im Juni 2011, die die Übertragung aller regionalen Kompetenzen von der Wallonischen Region an die DG forderte, sei diese jetzt dank der jüngsten Staatsreform mit neuen regionalen Zuständigkeiten, u. a. Beschäftigung und die Aufsicht über die Gemeinden, ausgestattet worden. 

Der Wohnungsbau sei bereits in einer mit der wallonischen Regionalregierung ausgehandelten Vereinbarung über neue Kompetenzen festgeschrieben worden: "Jetzt wollen wir noch Raumordnung von der Wallonischen Region."

Generationswechsel

Sein Nachfolger, Oliver Paasch von der regionalistischen ProDG, fahre nun eigentlich die Ernte dieses politischen Kampfes ein, monierte Devroe. Lambertz (62 J.) entgegnete, er begrüße die Verjüngung in der ostbelgischen Politik, und wies daraufhin, dass "mit Ausnahme der Populisten, alle Parteien sich für eine vollständige deutschsprachige Region ausgesprochen haben".

Er selbst denke nicht daran, sich aus der Politik zu verabschieden. Nach seiner Zeit als Parlamentspräsident bis zum Beginn der Sitzungsperiode 2016-2017 wird der SP-Politiker Senator der Gemeinschaft in Brüssel.

100 Jahre Erster Weltkrieg und die DG

"Wir sind nach dem Ersten Weltkrieg als Folge dieses Ersten Weltkriegs zu Belgien gekommen - eine sehr spezielle Lage, die die Bedeutung von Grenzen unterstreicht", sagte Karl-Heinz Lambertz auf die Frage nach den Gedenkfeierlichkeiten anlässlich des Ersten Weltkriegs.

Die Deutschsprachige Gemeinschaft nimmt aktiv an diesem Programm in Ostbelgien, aber auch in der Wallonie und in Flandern teil.

"Für uns war der Erste Weltkrieg auch der erste Schritt nach Belgien. Heute sind wir aktiv an den Vorbereitungen für das Jahr 2020 beschäftigt, wenn wir genau 100 Jahre zu Belgien gehören.

Zomergast: Karl-Heinz Lambertz

Das am 30. Juli im Frühstücksprogramm von Radio1 geführte Gespräch ist hier zu hören (in Niederländisch).