Antoine Fonck: Der erste belgische Gefallene

Das Datum des 4. August 1914 steht für den Beginn des Ersten Weltkriegs und für den Einmarsch der Deutschen im neutralen Belgien. Dieses Datum und der darauffolgende vierjährige Krieg lassen oftmals einzelne Schicksale dahinter verblassen. Antoine Fonck zum Beispiel ist weltweit ein Unbekannter. In Belgien jedoch kennen ihn noch viele, denn er war der erste belgische Soldat, der im „Großen Krieg“ gefallen ist.

Kavallerist Antoine Fonck, genauer Antoine-Adolphe Fonck, war zum Zeitpunkt des deutschen Angriffs 21 Jahre alt. Er stammte aus Verviers, ungefähr auf halbem Weg zwischen Aachen und Lüttich. Der junge Kavallerist des 2. belgischen Lanzenreiter-Regiments war am Morgen des 4. August den Aufzeichnungen zufolge alleine unterwegs. Er führte wohl einen Aufklärungsritt aus, als er auf Höhe von Thimister-Clermont im Herver Land in der Provinz Lüttich auf deutsche Soldaten stieß.

Fonck hatte sich dem Kampf gestellt und alleine auf die vorrückenden Feinde gefeuert. Ob er deutsche Soldaten getroffen hat, ist unbekannt. Er allerdings wurde tödlich getroffen. Bis heute ist unklar, wer seinen Leichnam entdeckte. Verschiedenen Quellen zu folge bargen ihn entweder Kameraden seines Regiments oder Einwohner von Thimister.

Sein Grab jedenfalls ist auf dem Friedhof des Örtchens zu entdecken und seit 1923 befindet sich dort auch ein Denkmal zu seinen Ehren (Foto oben). Antoine Fonck, der aus dem nahegelegenen Verviers stammte, ist durch seinen Tod Ehrenbürger von Thimister.

Am Vorabend des 100. Jahrestags des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs fand dort zu seinen Ehren eine Gedenkfeier im Beisein von König Philippe statt.