Projektion der Todesopfer des Ersten Weltkriegs

Im In Flanders Fields Museum (IFFM) in Ypern begann heute um 12:01 Uhr, nach einer Schweigeminute, die anhaltende Projektion der Namensliste der geschätzt 600.000 Todesopfer des Ersten Weltkriegs in Belgien. Es ist heute genau 100 Jahre her, dass Deutschland in das neutrale Belgien einfiel.

Forscher des IFFM arbeiteten in den letzten Jahren daran, eine komplette Liste der Todesopfer des Ersten Weltkriegs in Belgien zu erstellen. Es handelt sich bei der Liste also nicht nur um gefallene Soldaten, sondern auch um Zivilisten.

Die Forscher hatten Hilfe von vielen Freiwilligen und auch Schulen beteiligten sich an dem Projekt. Fünf Jahre lang werden nun die Namen von etwa 600.000 Umgekommenen im IFFM projiziert werden.

Durch das Zusammenstellen der Namensliste wird auch klar, dass deutlich mehr Menschen umkamen als man bisher angenommen hat. Auf belgischer Seite ist die Rede von 70.000 gefallenen Soldaten und 28.000 Zivilisten.

Im Übrigen ist die Arbeit an der Namensliste noch lange nicht abgeschlossen. Im Gegenteil: „Es ist unsere Absicht fortgehend an der Liste weiter zu arbeiten“, so der Historiker Pieter Trogh vom IFFM.

Die Namensliste umfasst alle belgischen Toten, auch diejenigen, die außerhalb Belgiens umkamen.
 

Gone West

Auch für kulturelle Projekte wie GoneWest, dem Gedenkprogramm der Provinz West-Flandern, ist die Liste der im Ersten Weltkrieg Verstorbenen von Bedeutung. So sollen deren Namen ab dem 17. Oktober auch in den Städten Diksmuide und Nieuwpoort projiziert werden. An diesem Tag wird außerdem die Initiative Lichtfront stattfinden. 10.000 Teilnehmer werden Fackeln entlang der 84 Kilometer langen ehemaligen Frontlinie tragen.

Die Liste soll auch für Comingworld Remember Me verwendet werden, dem Bilderprojekt des Künstlers Koen Vanmechelen. In den kommenden Jahren sollen 600.000 Bilder gemalt werden, die die Namensschilder der Todesopfer tragen sollen. Die Liste mit allen Personalangaben der Toten kann man sich auch online ansehen, sowohl auf der GoneWest Webseite, als auch auf der Datenbank des IFFM.