Vor 100 Jahren: Passfotos von gefallenen Soldaten

Die ersten Tage des Ersten Weltkriegs im August 1914 forderten schon viele Tote. Die Schlacht um Lüttich sorgte für Opfer in der gesamten Umgebung der Industriestadt an der Maas, die für die Deutschen auf dem Weg nach Paris verkehrstechnisch so wichtig war. Auch im kleinen Vottem ließen Soldaten ihr Leben.

Auch im Dörfchen Vottem in der Nähe von Herstal bei Lüttich gab es Tote. Zu deren Identifikation ließ man sich etwas Besonderes einfallen. Während der Schlacht von Lüttich kamen alleine im Dorf Vottem 33 Soldaten im Kampf ums Leben: 22 Belgier und 11 Deutsche. Die Gefallenen wurden noch im August 1914 in zwei Massengräbern beerdigt.

Doch vorher hatten der Bürgermeister und der Pastor von Vottem angeordnet, von jedem der Gefallenen eine Fotografie anzufertigen. Dies sollte später die Identifikation der Toten möglich machen.

Die toten Soldaten beider Länder wurden in den Pfarrsaal gebracht, wo der Fotograf des Dorfes jeweils ein „Passfoto“ von ihnen anfertigte. Diese „Passfotos“ und die Aufnahme, die diesen Vorgang zeigt, sind wohl einzigartige Zeitdokumente, die teilweise aus Archiven kommen, die erst jetzt wieder - 100 Jahre danach - geöffnet werden.