Zuwenig Notärzte in Belgiens Kliniken

Belgiens Krankenhäuser und Kliniken kämpfen mit einem akuten Mangel an Notärzten. In der Nacht zum Dienstag musste der Notdienst eines Krankenhauses in Diest (Flämisch-Brabant) die Kollegen einer anderen Klinik um Hilfe bitten, denn der eigene diensthabende Notarzt war krank und Ersatz stand nicht zur Verfügung.

Rund 1.200 zusätzliche Notärzte könnten die Krankenhäuser in Belgien derzeit gut gebrauch, denn der Mangel an solchen Ärzten wird mehr und mehr dramatisch. Dr. Jan Stroobants, der Vorsitzende der Berufsvereinigung der Notärzte in Belgien, sagte gegenüber den flämischen Tageszeitungen De Morgen und Het Laatste Nieuws, dass jeder Notdienst normalerweise permanent doppelt besetzt sein muss.

Das ist notwendig, falls ein Notarzt zu einem Notruf eilen muss. Nach belgischem Recht darf der Notdienst eines Krankenhauses nur höchstens 15 Minuten lang ohne diensthabenden Notarzt bleiben, doch diese Vorschrift kann angesichts des akuten Mangels an solchen Medizinern kaum aufrecht erhalten werden.

Nicht nur in Diest (siehe oben) ist der akute Mangel an Notärzten ein Schwachpunkt im Gesundheitssystem. In vielen anderen belgischen Krankenhäusern liegt das gleiche Problem vor. Abhilfe ist kurzfristig wohl nicht zu erwarten, denn z.B. an der Fakultät Medizin der Katholischen Universität von Löwen (KU Leuven) haben im Juni z.B. nur drei Notärzte ihr Studium abgeschlossen.

Für den Start des kommenden Studienjahrs sollen sich dort allerdings 15 Studenten für dieses Fach eingeschrieben haben, wie De Morgen und Het Laatste Nieuws dazu melden. Die Tatsache, dass sich immer häufiger Patienten in der Notfallaufnahme melden, die bei ihrem Hausarzt besser aufgehoben wären, macht die Sache auch nicht gerade einfacher, wie in Belgien in diesem Zusammenhang nicht erst seit gestern bemängelt wird.