Gaststättengewerbe von Schwarzarbeit abhängig?

Einer Studie der Universität Hasselt (Prov. Limburg) zufolge ist das Gaststättengewerbe in Flandern von Schwarzarbeit abhängig. Etwa 68.000 der insgesamt 164.000 Arbeitsplätze könnten ohne die Schwarzarbeit wegfallen, also mehr als 40 Prozent. Die Forscher untersuchten dafür die Buchhaltung von 250 Gaststätten, wie verschiedene Medien berichten.

Ab 2015 sollen neue elektronische Kassen eingeführt werden, die Schwarzarbeit verhindern sollen. Vor allem kleine Betriebe fürchten deswegen, dass das für sie das Aus bedeuten könnte. Größere Unternehmen mit über 50 Beschäftigten haben eher weniger Grund zur Sorge.

Der Verband des flämischen Hotel und Gaststättengewerbes (Horeca Vlaanderen) und die Selbstständigen Gewerkschaft NSZ hoffen nun darauf, dass die neue belgische Bundesregierung handeln wird, um das Gaststättengewerbe zu retten. Unter anderem verlangen sie, dass die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel und Getränke auf 6 Prozent gesenkt werde.

Eine Erhöhung der zugelassenen Arbeitszeit wird auch gefordert. „Wir brauchen die Erlaubnis, bis zu 48 Stunden pro Woche arbeiten zu dürfen. Wir plädieren nicht für die Verlängerung der offiziellen Arbeitsdauer. Aber wir möchten, dass wer länger arbeiten möchte das auch tun darf“, so Danny van Assche, der Geschäftsführer von Horeca Vlaanderen.

Van Assche versichert, dass das Gaststättengewerbe gerne ohne Schwarzarbeit auskommen würde, aber dass das momentan finanziell unmöglich sei. Ein umfangreiches Gesetzespaket wird nötig sein, um den Sektor zu retten.