Doel 4: Sabotage im Atomkraftwerk?

Am Dienstag war im nicht-nuklearen Teil des Kernreaktors Doel 4 ein Schmierölleck entdeckt worden. Nach Angaben der Atomaufsichtsbehörde FANC könnte der Ölhahn absichtlich aufgedreht worden sein. Die mögliche Sabotage der Stromturbine machte die sofortige Abschaltung der Reaktors im AKW notwendig.

Am Dienstag musste Kernreaktor Doel 4 heruntergefahren werden, nachdem ein Schmierölleck an einer Stromturbine in der nicht-nuklearen Abteilung der Anlage entdeckt worden war. Wie sich nach gründlicher Prüfung durch die Atomaufsichtsbehörde FANC herausstellte, ist der Ölverschluss möglicherweise absichtlich aufgedreht worden. Jetzt wird geprüft, ob es sich um ein Versehen oder um mutwillige Sabotage handelte.

Electrabel erklärte, alle Mitarbeiter der Kernkraftwerke würden vor ihrer Einstellung sorgfältig überprüft. Allerdings könne das Unternehmen nicht ständig in die Köpfe ihrer Angestellten schauen, so ein Sprecher des Strom- und Gaslieferanten. Feststeht, dass das Ölleck an einer Klappe entstand, die sich nicht von selbst öffnen kann und die normalerweise auch nur im Fall eines Brandes manuell geöffnet wird, um das Schmieröl präventiv abzulassen.

Electrabel prüft jetzt, wie der Reaktor so schnell wie möglich wieder sicher ans Netz gebracht werden kann. Die Suche nach dem vermeintlichen Saboteur in der Belegschaft geht unterdessen weiter. In den Atomkraftwerken von Doel und Tihange werden die Sicherheitsrichtlinien verschärft. Was das genau bedeutet, wurde nicht mitgeteilt.

Grundlegend stellt sich aber auch die Frage, ob es tatsächlich möglich ist, dass ein einziger Mitarbeiter einen Atommeiler durch einen mutwilligen Handgriff stilllegen und so die Stromversorgung des Landes in Gefahr bringen kann.