VRT ab 2015 auf Sparflamme?

Wie verschiedene Tageszeitungen am Freitag berichten, will die neue flämische Mehrheit von Nationalisten, Christdemokraten und Liberalen beim flämischen Rundfunk VRT das Hackbeil ansetzen. Wie die Börsenzeitung ‚De Tijd‘ erfuhr, muss der öffentlich-rechtliche Rundfunk schon 2015 mit 15 Millionen Euro, 5 % des Etats, weniger auskommen.

Das flämische Koalitionsabkommen blieb im Kapitel Medien noch relativ vage, welche Sparmaßnahmen beim flämischen Rundfunk VRT (der auch flanderninfo.be anbietet) ins Haus stehen. Klar war nur, dass das dritte Fernsehprogramm keine Zukunft mehr hat.

Wie ‚De Tijd‘ am Freitag berichtet, gibt es ein geheimes Abkommen der drei Regierungsparteien – der nationalistischen N-VA, der christdemokratischen CD&V und der liberalen Open VLD - über die Sparmaßnahmen.

Insgesamt soll die Finanzierung des Rundfunks während der kommenden fünf Jahre um 27 Millionen Euro gekürzt werden. Schon 2015 sollen 15 Millionen Euro gestrichen werden. Das sind etwa 5 % der 300 Millionen Euro, die die VRT jährlich als öffentliche Finanzierung erhält.

Konsequenzen für Programmangebot und Personal

Sollte sich diese Zahl bestätigen, wäre das eine schlimmer Schlag für den flämischen Rundfunk, der seit 2007 schon mit verschiedenen Sparprogrammen in Höhe von insgesamt 100 Millionen Euro konfrontiert wurde. In einer ersten Reaktion erklärte Luc Van den Brande (Foto), der Aufsichtsratsvorsitzende des öffentlichen Rundfunks, eine erneute Kürzung der Mittel werde unweigerlich Konsequenzen für Programmangebot und Personal haben.

„Der Fernsehzuschauer wird dann öfters Wiederholungen oder billigere ausländische Produktionen zu sehen bekommen“, so Van den Brande. „Die neue flämische Mehrheit geht auch fälschlicherweise davon aus, dass sich das VRT-Personal über Pensionierungen langsam aber sicher von selbst abbaut. Das ist aber ein Irrschluss. Bis 2019 gehen nur 68 VRT-Mitarbeiter in Rente. Das reicht nicht, um den Personalabbau aufzufangen, der die Folge dieser Sparmaßnahme sein wird.“

Im Klartext: Dann muss der Rundfunk Mitarbeiter entlassen. Und das, obschon während der vergangenen sieben Jahre schon mehr als 300 Planstellen, etwa 11 % des Personals, gestrichen wurden.