Mit Tongeren fällt die erste flämische Stadt

Am 9. August 1914 erreichten die ersten deutschen Soldaten die Stadt Tongeren in der flämischen Provinz Limburg. Tongeren, die älteste Stadt in Belgien, konnte unter Umgehung des belgischen Widerstands im Lütticher Festungsring eingenommen werden. Inzwischen bespricht auch die damalige Tagespresse die Ereignisse in diesem Krieg.
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Nach dem die deutschen Truppen Anfang August den Widerstand in Visé an der Maas, unweit der niederländischen Grenze gebrochen hatten, konnten sie dort eine Pontonbrücke über den Fluss legen. Von dort aus marschierten tausende Soldaten der Reichswehr in Limburg ein, um am 9. August Tongeren zu erreichen. Damit nahmen sie die erste Stadt in Flandern ein.

Noch immer wurde in Lüttich gekämpft und noch immer hielten bis zu diesem Tage 11 Lütticher Festungen die Stellung. Der Weg in Richtung Paris war den Deutschen also immer noch versperrt, doch durch die Überquerung der Maas bei Visé konnte der Vormarsch in Richtung Antwerpen in Angriff genommen werden.

Am 9. August erhielt die belgische Regierung in Brüssel einen Vorschlag zur „Versöhnung“ aus Richtung Berlin. Darin hieß es, dass unser Land seinen Mut bewiesen und seine Ehre gerettet habe und sich jetzt also dem deutschen Sieg beugen sollte. Dieser Vorschlag wurde postwendend zurückgewiesen…

An diesem 9. August 1914 veröffentlichten einige Tageszeitungen in Belgien zum ersten Mal Listen mit Namen von im Kampf verletzten Soldaten. Diese Listen gaben deren Angehörigen die von diesen erwartete Deutlichkeit über das Schicksal ihrer Lieben.

Die Zeitungen meldeten auch, dass tausende Deutsche in und um Lüttich gefallen waren und sie waren voll des Lobes über General Leman, der dort die belgischen Truppen befehligte. Sogar die damalige internationale Tagespresse lobte den belgischen Widerstand in Lüttich, doch dies alles konnte nicht verhindern, dass die „Feurige Stadt“ einige Tagen später doch in Feindeshand kam.