Polizisten kündigen für den Herbst Proteste an

Die Polizeigewerkschaft VSOA droht mit Protestaktionen, wenn sich die Politik nicht bald den Problemen der Polizisten widmet. Die Sorgen der Polizei in Belgien sind groß: Zum einen schafft ein Urteil des Verfassungshofes verschiedene Zugeständnisse für Polizeibeamte bei ihrer Pensionierung und zum anderen sorgten am vergangenen Freitag gleich drei Vorfälle, bei denen Polizisten in Bedrängnis kamen, für Schlagzeilen.

Ein Sprecher der belgischen Polizeigewerkschaft VSOA kündigte nach dem, wie er es nannte, „schwarzen Freitag“ vorgestern für den kommenden Herbst Proteste der Beamten an. Der Streit um die Abschaffung von bestimmten Vorteilen für Polizisten bei ihrer Pensionierung ist noch nicht verklungen, da droht schon wieder neues Ungemach.

Am Freitag wurde ein Polizist bei der Verhaftung eines aus Deutschland kommenden Gewaltverbrechers in Barchon bei Lüttich lebensgefährlich durch Schüsse verletzt, ein weiterer in Ausübung seiner Arbeit ebenfalls bei Lüttich von einem Autofahrer angefahren - er schwebt ebenfalls in Lebensgefahr und, wie jetzt bekannt wurde, nahm sich ein Polizeibeamter aus Brügge in Uniform und in einem Streifenwagen das Leben.

Die Polizei fordert jetzt, dass sich die Politik den Sorgen und Nöten ihrer Beamten widmet. Sie ist der Ansicht, dass sich die Regierungen in Bund und Ländern in Belgien den Umständen, in denen die Polizei ihren Dienst tun muss, nicht bewusst sind. Dieser Beruf sei gefährlich und Polizisten seien keine gewöhnlichen Beamten, so die VSOA. Polizeibeamte brauchen psychologischen Beistand und hätten sich nach Ablauf ihrer Dienstzeit ihre Pension durchaus redlich verdient.