Schlussakkord bei Ford-Genk: Noch 100 Tage

Am Montagmorgen gehen bei Ford in Genk die Sommerferien nach drei Wochen zu Ende. Dann werden zum letzten Mal in der Geschichte dieses traditionsreichen Automobilwerks die Bänder in Betrieb gesetzt, denn Ende des Jahres wird die Fabrik geschlossen. Gut 100 Tage lang haben die 3.595 Arbeiter, die 225 Angestellten und deren Kollegen der benachbarten Zulieferbetriebe noch zu tun.

Am 1. Juli 2014 standen noch 3.820 Arbeitnehmer beim Ford-Montagewerk in Genk in Lohn und Brot, wie die regionale Tageszeitung Het Belang van Limburg meldet. Das bedeutet, dass bisher nur rund 350 Beschäftigte das Werk auf freiwilliger Basis verlassen haben. Die meisten von ihnen sollen bereits längst wieder Arbeit haben.

Wer jetzt nicht mehr von Vorruhestandsregelungen profitieren kann, der bleibt wohl bis zum Ende des Betriebs bei Ford in Genk. Ihnen winkt am Ende dieses Parcours eine Entlassungsprämie von maximal 2.540 € pro Jahr Betriebszugehörigkeit vor Steuern.

Insgesamt verlieren durch die Schließung von Ford in Genk 5.500 Arbeitnehmer ihre Arbeit. 4.400 bei Ford direkt und noch einmal 1.300 bei Zulieferbetrieben, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft des Ford-Werks im Industriegebiet der ehemaligen Zechenstadt Genk niedergelassen haben.

Seit einiger Zeit wird im Werk nur noch in Früh- oder Tagesschicht gearbeitet. Vor dem Urlaub wurden hier täglich rund 500 Neuwagen montiert. Ab dem Auslaufen des Mondeo-Modells, wahrscheinlich etwa Mitte September, wie Het Belang Van Limburg erwartet, baut Ford in Genk nur noch den Galaxy und den S-Max.

Das Ende des Jahres schließende Werk baut diese Modelle noch auf Halde, denn es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis der US-Autobauer Nachfolgemodelle präsentieren kann. Der neue Mondeo soll dann im spanischen Ford-Werk in Valencia montiert werden. Der Wagen soll in Belgien beim Brüsseler Autosalon Im Januar 2015 vorgestellt werden.