AKW Doel: Verhöre zu vermeintlicher Sabotage

Ab heute werden die Mitarbeiter des Atomkraftwerks in Doel (Foto) über das Schmierölleck der letzten Woche befragt. Wegen des Lecks liegt Kernreaktor 4 seit einer Woche still. Electrabel zufolge ist es sehr wahrscheinlich, dass ein Belegschaftsmitglied den Öltank mit Absicht hat leerlaufen lassen. Die Gewerkschaften weisen aber zurück, dass die vermeintliche Sabotage etwas mit der baldigen Schließung der Anlage zu tun haben könnte.

Der betroffene Öltank steht in einem nicht-nuklearen Raum des Reaktors, zu dem insgesamt etwa 1.500 Mitarbeiter Zugang haben. Weil der Tank nur manuell entleert werden kann, vermuten sowohl die Atomaufsichtsbehörde FANC, als auch Kraftwerksbetreiber Electrabel, dass es sich um Sabotage handelt.

Die Staatsanwaltschaft der Stadt Dendermonde in Ostflandern wurde eingeschaltet und beginnt heute mit der Befragung eines Teils derjenigen Mitarbeiter, die Zugang zu dem Raum hatten, an dem der Tank steht.

Die christliche Angestellten-Gewerkschaft ACOD hofft, dass die Ermittlungen Ergebnisse bringen werden und dass die nötigen Maßnahmen ergriffen werden, denn „wenn das wirklich jemand mit Absicht getan hat, gehört diese Person hier nicht hin. Sicherheit ist das allerwichtigste“, so Marc Roedolf von der ACOD.

Roedolf weist Vermutungen zurück, nach denen die vermeintliche Sabotage etwas mit der Unzufriedenheit der Mitarbeiter über die unsichere Zukunft der Atomenergie und der Schließung von Doel 1 und 2 zu tun haben könnte. „Solange wir die schuldige Person nicht gefunden haben und es noch kein Geständnis gibt, kann über den wahren Tathintergrund nur gemutmaßt werden.“