Zehntausende Soldaten kamen täglich ins Land

In den ersten Kriegstagen des Ersten Weltkriegs im August 1914 kamen Tag für Tag zehntausende Soldaten der Deutschen Reichswehr und ihrer Verbündeten in Belgien an. Sie wollten rasch Belgien durchqueren, um in Paris einmarschieren zu können. Viele von ihnen sollten Belgien nicht mehr lebend verlassen. Da halfen auch die deutschen Kanonen à la „Dicke Bertha“ nichts, die ebenfalls in Belgien aktiv wurden.
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Neben einem nicht enden wollenden Strom von Soldaten aller Art, die alle über die deutsch-belgische Grenze in Dreiländereck in unser Land kamen, verstärkte sich die deutsche Armee auch mit neuen schlagkräftigen Waffen.

In der zweiten Kriegswoche wurden zwei schwere Kanonen ins Kriegsgebiet gebracht: Die so genannten „Dicken Berthas“.

Diese Haubitzen wurden bei Krupp in Essen hergestellt und konnten aus ihren auffällig kurzen Lauf Projektile mit einem Kaliber von 42 cm abschießen. Da die Schienenwege nach Belgien durch den Krieg noch unterbrochen waren, wurden diese 1.160 kg schweren Kanonen im Grenzbahnhof von Herbsthal im heutigen Ostbelgien vom Zug abgeladen und mussten mühsam mit stahlbereiften Traktoren und Pferden ins Hinterland der Front gebracht werden.

Diese „Dicken Berthas“ konnten letztendlich den Festungsring um Lüttich knacken, in dem sie die befestigten Anlagen unaufhörlich beschossen. Das kleinere Fort von Evegnée ergab sich am 11. August, nach dem es drei Tage lang ununterbrochen beschossen wurde. Die Kanonen schossen quasi den Weg für rund 100.000 deutsche Soldaten auf ihren Feldzug gen Frankreich frei.