Grimbergener Kirchen läuten gegen Fluglärm an

Alle Kirchen der Gemeinde Grimbergen (am Nordrand Brüssels) werden ab Montagmittag nicht mehr wie gewohnt um 12 Uhr, sondern schon 5 Minuten früher ihre Glocken läuten lassen. Die Gemeinde tönt damit erhöhtem Fluglärm entgegen.

Durch einen richterlichen Beschluss, dürfen seit kurzem zwei der insgesamt sieben Flugrouten über Brüssel nicht mehr benutzt werden. Die Kanalroute und die sogenannte linke Kurve, die am meisten Lärmbelästigung verursachten, werden nun nicht mehr beflogen. Bei Missachtung des Beschlusses droht ein Bußgeld von 50.000 Euro pro Tag.

Für den Nordrand Brüssels hat diese Entscheidung allerdings negative Konsequenzen. „Wir fürchten, dass unsere Gemeinde dadurch noch mehr Fluglärm wird aushalten müssen, als ohnehin schon“, so die Grimbergener Bürgermeisterin Marleen Mertens (CD&V).

Vor dem richterlichen Beschluss hatten bereits der ehemalige Staatssekretär für Verkehr und Mobilität, Melchior Wathelet (CDH), und danach Belgocontrol, die belgische Flugsicherung, die Flugrouten über Brüssel verändert. Immer wieder entstehen durch die Umstellungen in anderen Gemeinden Proteste.

„Über Grimbergen fliegen in den letzten Monaten immer mehr Flugzeuge. Wir fordern eine faire Streuung der Flugrouten“, sagt Mertens.

Aus Protest läutet die Abteikirche im Zentrum Grimbergens schon seit Anfang der Woche verwirrend früh die Mittagsstunde ein. Ab Montag werden sich ihr alle anderen Kirchen Grimbergens anschließen. Ob sie gemeinsam die Flugzeuge vertreiben können, bleibt ungewiss.