Explodiert der Strompreis?

Nachdem jetzt auch das Kernkraftwerk Doel 4 wenigstens bis Ende Dezember außer Betrieb ist, befürchtet die Branche infolge der Stromknappheit eine weitere Verteuerung des Strompreises.

Nicht nur das Kernkraftwerk von Doel 4 wurde also vom Netz geholt, sondern auch zwei weitere Kernkraftwerke (Tihange 2 und Doel 3) sind außer Betrieb. Im September müssen die belgischen Stromversorger auf einen weiteren Erzeuger verzichten, da Tihange 1 wegen dringend erforderlicher Unterhaltsarbeiten eine Zeit lang vom Netz genommen wird.

Preisverteuerung auf dem Terminmarkt

Der Hochspannungsnetzverwalter Elia beginnt sich doch langsam Sorgen um die Stromversorgung im kommenden Winter zu machen. Das ging jedenfalls aus einer Reaktion im VRT-Fernsehen am Donnerstagabend hervor: Ohne Doel 3, Doel 4 und Tihange 2 bedeutet: auf mehr als die Hälfte der nuklearen Energieproduktionsanlagen verzichten. Für die Versorgung sind die Aussichten pessimistisch.

Die eingeschränkten Produktionskapazitäten lassen die Strompreise auf dem Terminmarkt seit Anfang des Jahres in die Höhe schnellen. Auf dem Terminmarkt gelten die Preise, die große Unternehmen für Strom zahlen. Privatverbraucher dürften die Preissteigerung also nicht sogleich zu spüren bekommen.

Dass Doel 4 infolge einer Sabotage und für die notwendigen Reparaturen jetzt länger vom Netz geholt wird, ist nicht der einzige Faktor, der den Strompreis ankuirbelt. Auch in unseren Nachbarländern wird Strom teurer; eine Entwicklung, die ebenfalls von der Lage in der Ukraine begünstigt wird.