Bourgeois will flämischen Obstbauern helfen

Limburger Birnenbauer leiden besonders unter dem russischen Einfuhrverbot auf europäisches Obst. Die flämische Regierung überlegt nun, wie sie den Obsbauern helfen kann. Die EU-Kommission hat bereits am heutigen Montag Unterstützungsmaßnahmen für Obst- und Gemüsebauern in Europa angekündigt.

Am morgigen Dienstag wird die flämische Regierung überlegen, welche Maßnahmen sie nehmen kann, um den Obstbauern, vor allem denjenigen, die Birnen anbauen, zu helfen . 

Infolge des russischen Einfuhrverbots auf europäisches Obst, drohen den Limburger Birnenbauern große finanzielle Einbußen. Der flämische Ministerpräsident Geert Bourgeois hat die Obstauktion von Sint-Truiden besucht und will jetzt über neue Absatzmärkte nachdenken.

"Was Flandern betrifft, können wir zusammen mit dem Sektor nach anderen Exportmärkten suchen. Es ist ungesund, in so hohem Maße von einem einzigen Land, in diesem Fall Russland, abhängig zu sein. Wir können die heimische Werbung nutzen. Hiermit will ich alle Flamen dazu auffordern, unsere leckeren Birnen auch selbst zu essen."

Daneben könnten aber auch noch einige andere Maßnahmen genommen werden, so Bourgeois. "Darüber werden wir morgen nachdenken."

Auch die EU will Obst- und Gemüsebauern unterstützen

Vor dem Hintergrund russischer Einfuhrverbote für EU-Agrarprodukte hat die EU-Kommission bereits am heutigen Montag Unterstützungsmaßnahmen für Obst- und Gemüsebauern in Europa angekündigt.

Als das Importverbot gegen EU-Produkte angekündigt wurde, hätten sich viele Obst- und Gemüsesorten in voller Erntezeit befunden. Die Landwirte und Exporteure hätten sich deshalb nicht ausreichend auf die Situation vorbereiten können, wird in einem Pressebericht der EU-Kommission verkündet.

"Folgende Erzeugnisse sind von den heute angekündigten Maßnahmen betroffen: Tomaten, Karotten, Weißkohl, Paprika, Blumenkohl, Salatgurken und saure Gurken, Pilze, Äpfel, Birnen, rote Früchte, Tafeltrauben und Kiwis", heißt es dort weiter. Die Märkte für diese Produkte seien in der Hochsaison, für die meisten Erzeugnisse gebe es keine Lagermöglichkeit und keine unmittelbare mögliche Marktalternative.

Die EU will zunächst mit 125 Millionen Euro aushelfen. Für kommenden Freitag ist ein weiteres Expertentreffen zur Marktsituation aller landwirtschaftlichen Produkte angesetzt.