Flandern: "Mehr EU-Hilfe nach Russland-Boykott"

Die flämische Landesregierung wird die durch den russischen Importboykott betroffenen Agrarbereiche bei ihren Anträgen auf Unterstützung von Seiten der Europäischen Union unterstützen. Flandern selbst wird sich auf die Suche nach neuen Absatzmärkten für die Produkte der heimischen Landwirtschaft begeben und will versuchen, international mehr für diese Erzeugnisse zu werben.

Die EU gab am Dienstag bekannt, dass sie umgehend 125 Mio. € zur Unterstützung der vom russischen Importboykott betroffenen Landwirte freimacht. Flanderns MP Geert Bourgeois (N-VA) und Landesagrarministerin Joke Schauvliege (CD&V) kündigten danach und nach entsprechenden Beratungen mit den betroffenen Sektoren an, die Landwirte bei ihren Anträgen auf EU-Hilfe zu unterstützen.

Die Landwirtschaftsverbände in Belgien halten den Hilfsbeitrag von Seiten der EU für zu gering, wie Piet Vanthemsche, der Vorsitzende des Bauernbundes, dazu sagte. Auf Drängen der flämischen Landesbehörden kommt am 5. September verfrüht der EU-Landwirtschaftsrat zusammen. Dort wollen Ministerpräsident Bourgeois und LWS-Ministerin Schauvliege (kleines Foto) auf mehr EU-Zuschüsse drängen.

Die Hilfsgelder der Union sollen flandernweit auf alle Agrarsektoren ausgeweitet werden, denn es sind bei weitem nicht nur die Obst- und Gemüsezüchter vom russischen Boykott betroffen, sondern auch die flämischen Milch- und Fleischproduzenten. Flandern fordert zudem, dass die EU in diesem Falle die Wettbewerbsregeln lockert und dass betroffene EU-Länder ihre Maßnahmen auf einander abstimmen.