Belgiens Moslem-Exekutive distanziert sich vom IS

Die belgische Moslem-Exekutive (EMB) lässt in einer Pressemitteilung wissen, dass sie sich von der islamistischen Terrorbewegung Islamischer Staat (IS) distanziert. Man sei „geschockt von den Verbrechen, die IS im Irak begehe“, heißt es in der Mitteilung. Die Exekutive verurteilt auch die Verfolgung von religiösen Minderheiten durch den IS.
AP2014

Eigentlich wollte sich die belgische Moslem-Exekutive nicht von der IS distanzieren, denn man habe mit solchen Leuten und Vorgängen nicht zu tun. Doch diese Reaktion hat in Belgien eine Welle des Protests ausgelöst. Spätestens seit der Enthauptung des entführten amerikanischen Journalisten James Foley hat sich das Blatt auch für den Dachverband der belgischen Moslems gewendet.

Jetzt teilt die Exekutive in einer Pressemitteilung mit, dass die islamistische Terrorbewegung Islamischer Staat nicht für den Islam an sich stehe: „Die EMB findet sich in den Handlungen und den Zielen von IS nicht wieder und lehnt den Gebrauch des Begriffs ‚islamisch‘, wie ihn der IS nutzt, ab. Die kriminellen Handlungen des IS haben nichts mit dem Islam zu tun, denn dieser stehe für noble Werte, wie Brüderlichkeit, Respekt und Frieden.“

Deutlich verurteilt die belgische Moslem-Exekutive die Aktivitäten von manchen Jugendlichen in Belgien, die offenbar über die sozialen Medien die Aktionen des IS unterstützen. Die EMB will sich deshalb bei Aktionen engagieren, über die gegen die Radikalisierung von jungen Moslems im Land vorgegangen werden soll. Dazu sagte Mohamed Achaibi, der Vizevorsitzende der EMB gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion: „Wir rufen dazu auf, gemeinsam mit anderen Organisationen und Instanzen nach Lösungen für diese Jugendlichen, die in unserer Gesellschaft völlig desorientiert sind, zu suchen.“

Keine Reaktion auf Bart De Wever

Weder Mohamed Achaibi, noch die Pressemitteilung der belgischen Moslem-Exekutive reagierten auf die Aussagen von Bart De Wever, Antwerpens Bürgermeister und Vorsitzender der flämischen Nationaldemokraten N-VA, die dieser am Dienstag in der VRT-Sendung Terzake (Zur Sache) gemacht hatte.

De Wever zeigte wenig Verständnis für die Haltung der EMB, die nicht der Ansicht war, sich vom IS zu distanzieren: „Wenn dies im Namen meines Gottes geschehen würde, dann würde ich mich beeilen zu sagen, dass ich damit nicht einverstanden wäre.“