Lebensmittelfarbe: Ist Karamell schädlich?

Der chemische Farb- und Geschmacksstoff Karamell, der in vielen Lebensmitteln enthalten ist, ist neuesten Untersuchungen des belgischen Wissenschaftlichen Instituts für Nahrungsmittel (WIV-ISP) zufolge, nicht ungefährlich. Eigentlich besteht Karamell nur aus geschmolzenem Zucker und Wasser. In vielen industriell verarbeiteten Lebensmitteln werden aber noch Ammoniak, Sulfite oder beides hinzugefügt. Dadurch soll der Karamell „eine warme Farbe und einen köstlichen Geruch und Geschmack“ bekommen.

Das WIV-ISP hat vier der neomorphen Stoffe mit toxischen Eigenschaften untersucht: THI, 2-MEI, 4-MEI und 5-HMF.THI ist ein Stoff, der das Immunsystem daran hindert, so zu funktionieren, wie es sollte. 2-MEI und 4-MEI sind als „möglicherweise krankheitserregende Stoffe“ klassifiziert und 5-HMF hat auch toxische Eigenschaften.

Die Konzentration dieser Stoffe im Karamell wird zwar von den Karamellproduzenten gemessen, allerdings werden keine Messungen in den fertigen, industriell verarbeiteten Lebensmitteln vorgenommen. Für Neomorphe in den endgültigen Nahrungsmitteln gibt es noch nicht einmal Schwellenwerte.

Dem WIV-ISP zufolge sind Neomorphe auch noch in etwa dreißig anderen getesteten Lebensmitteln enthalten: In Limonaden, Bieren und Soßen zum Beispiel. „Aus früheren Untersuchungen ist hervorgegangen, dass Neomorphe für Erwachsene ein geringes Risiko darstellen. Wie das bei Kindern ist, die viele der betroffenen Produkte gerne essen, ist noch unklar. Deswegen und um einen Schwellenwert zu bestimmen, sind noch weitere Untersuchungen nötig“, wie es in einem Bericht des WIV-ISP heißt.