Beamte der Polizeischule lernten eigene Strafzettel löschen

Eine hauptverantwortliche Lehrkraft der Polizeischule in Westflandern soll Kollegen gezeigt haben, wie sie ihre eigenen Strafzettel vernichten können. Ein jüngerer Kollege, der geblitzt worden war, soll auf diese Weise einen Bußgeldbescheid haben verschwinden lassen. Die Staatsanwaltschaft und der Ständige Kontrollausschuss der Polizeidienste, das Komitee P, haben Ermittlungen in dieser Sache aufgenommen.

Geprüft wird, ob Beamte in Ypern ihre Bußgeldbescheide gelöscht haben. Das sagt Johan Lescrauwaet, der Sprecher der Staatsanwaltschaft von Westflandern.

"Es sind Ermittlungen vom Komitee P aufgenommen worden, um herauszufinden, ob sich Polizeibeamte in Ypern tatsächlich an der Löschung von Bußgeldbescheiden im Polizei-eigenen Computer, schuldig gemacht haben. Der einzige Fall, von dem ich weiß, ist eine Anzeige von einem der betroffenen Polizeiinspektoren selbst", so Lescrauwaet.

Der Vorsitzende des Komitees P, Yves Keppens, betont im VRT-Radio, dass es nicht das erste Mal sei, dass Beamte auf eigene Faust Bußgeldbescheide  manipulierten: "Ich kann nicht sagen, dass das sehr oft passiert. Das wäre schlimm. Unseres Wissens nach passiert das äußerst selten, aber ab und zu kommt es vor."

"Das Komitee P nimmt die Sache sehr ernst. Die zuständige Staatsanwaltschaft muss Verantwortung zeigen und den Fall strafrechtlich verfolgen. Das Komitee P interessiert sich umso mehr für diesen Fall, sollte es Hinweise auf allgemeine Dysfunktionen in der entsprechenden Abteilung oder in anderen Abteilungen geben."