Staatssekretärin hat Flugrouten-Plan: Zaventem befürchtet Kapazitätsverlust

Nachdem Ende Juli ein Gericht in Brüssel die Einstellung der umstrittenen Flugrouten über dem Brüsseler Kanal und der "linken Kurve" angeordnet hatte, hat die Staatssekretärin für Verkehr, Fonck, inzwischen einen neuen Plan vorgelegt. Der Brüsseler Flughafen in Zaventem befürchtet jedoch mit den neuen vorgeschlagenen Lösungen einen Kapazitätsverlust für Brussels Airport.

Am 31. Juli dieses Jahres hat das Gericht 1. Instanz in Brüssel die Regierung aufgefordert, die Nutzung der Flugrouten über dem Kanal und über die große "linke Kurve" in Brüssel einzustellen. Die belgische Regierung hat nun drei Monate Zeit, die umstrittensten Routen des Wathelet-Plans zu stoppen. Folgt sie dem Urteil nicht, riskiert sie schwere Strafen.

Die Staatssekretärin für Verkehr Catherine Fonck (kleines Foto) hat dem scheidenden belgischen Premier Elio Di Rupo und seinen Vizepremiers inzwischen einen zwölfseitigen Bericht vorgelegt, in dem sie drei mögliche Lösungen auf die Anordnung des Gerichts hin, vorschlägt.

Bei der ersten soll die Route über dem Ring wieder in Betrieb genommen werden. Allerdings, sagt die Staatssekretärin selbst, sei dies wenig realistisch, obwohl diese Route einen Konsens der Gemeinschaften in Belgien gewährleisten würde.

Die zweite und dritte Lösung beinhalten, dass Flüge über zwei bereits existierende Routen, die "Ikea-Route" und die "Delta-Route" umgeleitet werden. Die Flugrouten könnten relativ schnell eingesetzt werden. Allerdings würden sie eine Verminderung der Flughafenkapazität um respektive 50 % und 20 % bedeuten. Diese Lösung ist für Brussels Airport und Flandern inakzeptabel.

Während die Regierungsbildner Charles Michel (MR) und Kris Peeters (CD&V) offenbar in einer Notiz einen Aufschub des Plans zur Umverteilung der Flüge des Nationalflughafens verlangt haben, kritisiert der Betreiber des Flughafens in Zaventem, Brussels Airport, die Vorschläge der Staatssekretärin Fonck.

Laut Brussels Airport seien diese Routen bereits übersättigt und könnten keine weiteren Flüge auf diesen Routen eingeplant werden. Fonck wolle einen Teil des Verlustes auffangen, in dem mehr Flugzeuge über die bereits bestehenden Routen fliegen sollen, aber die könnten nicht den gesamten Verkehr auffangen, so Nathalie van Impe von Brussels Airport.

Der Betreiber des Flughafens befürchtet jedenfalls, dass aufgrund des Plans der Staatssekretärin Brussels Airport etwa ein Fünftel oder sogar bis zur Hälfte seiner Kapazität verliere. Dies hätte Folgen für die Beschäftigung in Zaventem.

Die Änderung der Flugrouten ist vorläufig. Langfristig muss sich die neue belgische Regierung sowieso um die Aufstellung eines neuen Flugplans kümmern.