Burn-out wird gesetzlich anerkannt

Ab Montag wird das Burn-out in Belgien gesetzlich anerkannt. Die Arbeitgeber werden verpflichtet präventive Maßnahmen einzuführen und für Arbeitnehmer soll es leichter werden, um Hilfe zu bitten. Das neue Gesetz konzentriert sich eher auf das Vorbeugen, als auf die Erholung von Burn-outs.

Das belgische Gesetz verpflichtet Betriebe bereits seit längerem dazu, Maßnahmen gegen sexuelle Einschüchterung, Belästigung und Gewalt am Arbeitsplatz zu ergreifen. All diese ungesunden Arbeitsbedingungen werden nun unter dem Ausdruck „psychosoziale Risiken“ zusammengefasst. Damit wird auch der Ausdruck Burn-out zum ersten Mal in die belgische Gesetzgebung eingebracht.

Konkret bedeutet die neue Gesetzgebung zum Beispiel, dass Betriebe nun Risikoanalysen durchführen müssen. Das heißt, dass die Betriebsleitung dem neuen Gesetz nach bei der Neuorganisation ihres Betriebs, erst gründlich prüfen muss, welche Risiken dadurch für die Arbeitnehmer entstehen. Außerdem soll ein neues Meldesystem es den Arbeitnehmern leichter machen, Missstände aufzuzeigen.

Das neue Gesetz konzentriert sich mehr auf das Vorbeugen als auf das Heilen von Burn-outs. Grund dafür ist, dass Medex, der medizinische Dienst, der die Krankentage der belgischen Landesbeamten kontrolliert, einen beunruhigenden Bericht veröffentlicht hat. Aus diesem geht hervor, dass sich die Zahl der Arbeitnehmer, die sich wegen Burn-out krankschreiben lassen, innerhalb von nur einigen Jahren mehr als verdreifacht hat.