Belgiens Zwist um neue Kampfflugzeuge

Der Parlamentsabgeordnete Dirk Van der Maelen von den flämischen Sozialisten (SP.A) bittet den scheidenden Verteidigungsminister Pieter De Crem von den flämischen Christdemokraten CD&V um eine Erklärung zu Plänen des Verteidigungsministeriums, das F-16-Kampfflugzeug zu ersetzen. Unser Haus hat Informationen, nach denen das Verteidigungsministerium die teuerste, amerikanische Variante als besten Ersatz anstrebe. Aus Armeekreisen ist inzwischen zu hören, warum das tatsächlich so sein könnte.

Unser Haus hat vertrauliche Informationen, aus denen hervorgeht, dass der F-35 - auch bekannt als der Joint Strike Fighter von Lockheed Martin - als geeignetster Ersatz für die F-16 in Frage kommen könnte. 

"Unverschämt", findet Van der Maelen.

Schon eine ganze Zeit lang wird in Belgien über den Ersatz des veralteten Kampfflugzeugs F-16 diskutiert. In diesem Sommer hatte das Verteidigungsministerium bei fünf Herstellern von Kampfflugzeugen Informationen eingeholt. Offiziell halte sich das Verteidigungsministerium alle Angebote noch offen, aber nach dem Dokument, das unserem Haus vorliegt, steuere das Ministerium die teuerste Maschine als Ersatz an, heißt es.

Die nächste Regierung muss zu einer Lösung in dieser Frage kommen. In der scheidenden Regierung waren die Sozialisten bekannterweise dagegen.

"Wir wissen, dass Minister De Crem den Joint Strike Fighter bevorzugt, aber dass er gleich so dick aufträgt, ist unverschämt", heißt es bei den flämischen Sozialisten. Van der Maelen hat deshalb die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Parlament, Karolien Grosemans von den flämischen Regionalsiten N-VA, gebeten, den Minister in den Ausschuss einzuladen. Der SP.A zufolge sei der Auftrag zur Rundfrage nicht von der geschäftsführenden Regierung beschlossen worden.

Hohe technische und operationelle Ansprüche des Verteidigungsministeriums

Offenbar sind die technischen und operationellen Ansprüche des Verteidigungsministeriums an die Maschinen sehr hoch. Dies könnte das Verteidigungsministerium dazu veranlassen, sich für den amerikanischen Kandidaten zu entscheiden, der der teuerste sei.

Ob die Regierung so viel Geld ausgeben könne, hänge natürlich auch davon ab, wie viele Kampfflugzeuge dieser Art bestellt würden und für welche Einsätze, ist bei der Armee zu hören. Man möchte natürlich auch auf europäischem Niveau den Ansprüchen genügen.

Ein weiterer wichtiger Punkt, der in diesem Zusammenhang nicht zu vernachlässigen sei, sei die Kompatibilität mit Waffen, die auf diesen Maschinen transportiert werden könnten und dabei könnte es sich wiederum um amerikanische Waffen handeln.