Doel 3 und Tihange 2 diesen Winter nicht am Netz

Bei der belgischen Bundesagentur für Nuklearkontrolle (FANC) geht derzeit niemand mehr davon aus, dass die beiden Atommeiler Doel 3 und Tihange 4 noch vor dem kommenden Winter wieder ans Netz gehen werden. Bei einer Anhörung vor dem entsprechenden Parlamentsausschuss in der Kammer gab FANC-Direltor Jan Bens an, dass Betreiber Electrabel die Haarrissbildung in den Reaktorhüllen noch immer Tests unterziehe.

Die Meiler Doel 3 im gleichnamigen Kernkraftwerk bei Antwerpen und Tihange 2 im Kernkraftwerk Tihange bei Lüttich sind bereits seit Monaten heruntergefahren, denn in den Reaktorummantelungen dieser Meiler sind tausende Haarrisse bei Kontrollen entdeckt worden. Doch Kraftwerksbetreiber Electrabel muss derzeit auch auf den Meiler Doel 4 verzichten, weil durch einen Sabotageakt eine Öl- und Schmiervorrichtung beschädigt ist.

Der zuständige Ausschuss in der Ersten Kammer des belgischen Bundesparlaments bat jetzt angesichts von drohenden „Black Outs“ oder geplanten regionalen Stromabschaltungen bei Energieknappheit im kommenden Winter, den Direktor der Atom-Aufsichtsbehörde FANC, Jan Bens, um einen Bericht zur Situation in Sachen Versorgung durch Atomstrom. Bens gab an, er sei der Ansicht, dass Doel 3 und Tihange 4 in diesem Winter wohl noch nicht wieder ans Netz gehen würden, denn Kraftwerksbetreiber Electrabel sei noch vollauf dabei, den von Haarrissen durchzogenen Stahl der Reaktorhüllen Tests zu unterwerfen. Dies könne noch Monate dauern, so Bens.

Für Doel 4 gab Bens allerdings Entwarnung. Dieser Reaktor könne im Laufe des Monats Dezember wieder hochgefahren werden. Eine entsprechende Deadline werde wohl eingehalten. Inzwischen haben Electrabel und die FANC die Sicherheit in den Kernkraftwerken verschärft. So dürfen bestimmte Aufgaben von Seiten der Personals nur noch in Zweierteams durchgeführt werden. Damit soll Sabotageakten von Einzelpersonen vorgebeugt werden.