Supermärkte: Die Preise gehen spürbar runter

Zum ersten Mal seit 21 Jahren sind die Preise in den belgischen Supermärkten spürbar gesunken. Nach Berechnungen des Einzelhandelsverbands Comeos kostet ein voller Einkaufswagen heute deutlich weniger, als noch vor drei Jahren. Diese Feststellung hat gleich mehrere Gründe.
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Die sinkenden Preise in den belgischen Supermärkten sind nach Angaben des Einzelhandels- und Vertriebsverbands Comeos sowohl auf die niedrige Inflation zurückzuführen, als auch auf die knallharte Konkurrenz der einzelnen im Land aktiven Warenhausketten untereinander.

Die Kunden suchen in Zeiten von kaum noch steigenden Löhnen und Gehältern nach dem günstigsten Preis, was sich mittlerweile an den Kassen bemerkbar macht. Aber, dies wirkt sich negativ auf die Verdienstmargen in den Märkten aus und auch die Lieferanten der Märkte stehen unter Druck. Viel, so Comeos, sei aber hier nicht mehr herauszuholen.

Comeos stellt in seinem alle drei Monate veröffentlichten Konjunkturbarometer fest, dass so deutlich sinkende Preise in den belgischen Supermärkten seit 1993 nicht mehr vorgekommen sind. Seit 1992, so Comeos, sind die Preise gemeinsam mit dem Index in Belgien angestiegen, wobei das Preisanstiegsniveau aber unter dem Index blieb. Doch seit 21 Jahren sind die Supermarktpreise nicht mehr signifikant gesunken. Lediglich 2009 habe das Preisniveau in diesem Sektor mit Deflation „geflirtet“, wie Comeos mitteilt.

"Keine Herkunftsangaben für Fleisch"

Fevia, der Dachverband der belgischen Lebensmittelindustrie, ist kein Befürworter einer Herkunftsangabe auf Fleischprodukten im Handel. Dies sei eine Art Protektionismus, die sich auf die belgische Wirtschaft und für die belgische Kundschaft negativ auswirken werde, so der Verband in einer Pressemitteilung. Fevia reagiert damit auf entsprechende Forderungen von Seiten der Verbraucherschutzverbände. Test-Aankoop (vergleichbar mit der deutschen Stiftung Warentest) ist der Ansicht, dass die Kunden ein Recht darauf haben, zu wissen, wo ihr Fleisch herkommt. Nicht zuletzt fordern auch einige große EU-Mitgliedsstaaten eine solche Maßnahme.

Fevia ist der Ansicht, dass kleinere Länder wie Belgien, die vor allem für den Export produzieren, hier ins Hintertreffen geraten, weil Kunden in potentiellen Importländern, wie z.B. Deutschland als Großabnehmer von belgischen Lebensmitteln, dadurch eher auf lokale Produkte setzen. Bei Fevia ist man der Ansicht, dass die belgischen Unternehmen im internationalen Handel gleichgestellt bleiben sollen. Zudem befürchtet der Fleischsektor in Belgien, dass eine Etikettierungspflicht auf der Verpackung die Produkte an sich teurer machen werde.