Rutten: "Der Premier kann auch mal eine Frau sein"

Derzeit beschäftigen sich die an der Bildung einer neuen belgischen Bundesregierung beteiligten Parteien, die Medien und auch die Belgier selbst, wer den der nächste Premierminister sein könnte. Gwendolyn Rutten (Foto), die Vorsitzende der flämischen Liberalen Open VLD, ist der Ansicht, dass Zeit für eine Frau an der Spitze des Landes sei.

Am Donnerstag wurde bekannt, dass sich die vier an der Bildung einer neuen belgischen Bundesregierung beteiligten Parteien N-VA, CD&V, Open VLD und MR auf die flämische Christdemokratin Marianne Thyssen als EU-Kommissarin unseres Landes geeinigt haben. Das bedeutet, dass die CD&V nicht den neuen belgischen Regierungschef stellen wird, denn die Christdemokraten haben mit Thyssen bereits ein gewichtiges Amt zugewiesen bekommen.

Da die flämischen Nationaldemokraten N-VA von Bart De Wever auf keinen Fall Anspruch auf das Amt des belgischen Premierministers erheben werden, liegt auf der Hand, dass ein Politiker aus der liberalen Familie neuer belgischer Premier werden wird. Doch wer wird das sein? Gwendolyn Rutten, die Vorsitzende der flämischen Liberalen Open VLD, sagte am Donnerstagabend in der VRT-Sendung „Reyers Laat“, dass es jetzt ruhig mal eine Frau sein könnte:

„Wir bilden eine Regierung mit vier Parteien. Zwei davon sind liberale Parteien, die MR und die Open VLD und wir drücken deutlich unseren Stempel auf den Inhalt des Koalitionsabkommens. Unser Land braucht wirtschaftliches Wachstum, Steuererleichterungen und Wettbewerbsfähigkeit. Das wird man sehen, wenn das Abkommen rund ist. Ich glaube auch, dass das Gesicht einer solchen Regierung durchaus liberal sein sollte. Das kann jemand von der MR oder der Open VLD sein. Das kann ein Mann sein, aber auch eine Frau.“

Nicolas Maeterlinck

Namen werden genannt

Bei den frankophonen Liberalen MR werden derzeit keine Frauen für das Amt des belgischen Premiers genannt. Hier machen die Namen des Parteivorsitzenden Charles Michel und des scheidenden belgischen Außenministers Didier Reynders die Runde.

Bei der Open VLD hingegen werden die Vorsitzende Gwendolyn Rutten selbst genannt, aber auch die scheidende Staatssekretärin für Asyl und Einwanderung, Maggie De Block (Foto), die belgienweit eine sehr beliebte Politikerin ist.