23.000 Teilnehmer: Kultur, Sport und Tourismus beim Gordelfestival

In den Gemeinden um Brüssel herum findet an diesem Sonntag wieder das flämische Rad- und Wanderevent, das einst „Gordel“ hieß und inzwischen durch das "Gordelfestival" ersetzt worden ist, statt. Von Hofstade, Huizingen und Vilvoorde aus sind Rad- und Wanderwege zusammengestellt worden. In Huizingen konnte man zum Beispiel auf Ben Weyts (N-VA), den flämischen Minister für die Gemeinden rund um Brüssel, treffen und auf den scheidenden belgischen Wirtschaftsminister Koen Geens.

Weyts will, dass der flämische Charakter der Gordel wieder in den Mittelpunkt rückt, Geens will das nicht. "Das Problem ist gelöst. Die Politik muss zu einem bestimmten Zeitpunkt für Frieden sorgen. Das ist nach sehr vielen Jahren gelungen, deshalb ist es jetzt normal, dass der sportliche Charakter vorrang vor der Politik hat. Das Forderungspaket gibt es nicht mehr", so Geens am Sonntag.

Am ersten Sonntag im September wird in den flämischen Gemeinden rund um Brüssel traditionell in Gruppen geradelt und gewandert. Die klassische "Gordel", die über 30 Jahre lang zehntausende Menschen anlockte, wurde letztes Jahr durch einen Nachfolger ersetzt, durch das "Gordelfestival". Das findet in kleinerem Umfang statt, aber immer noch mit dem Ziel, das Interesse auf die grünen und flämischen Randgemeinden rund um Brüssel zu lenken. Die großen Massen sind jedoch ausgeblieben.

Das Gordelfestival ist also keine Massenveranstaltung mehr, weil nach der Spaltung des Wahl- und Gerichtsbezirks Brüssel- Halle und Vilvoorde viel weniger Volk mobilisert werden konnte. Allerdings hat sich die Zahl in diesem Jahr im Vergleich zum letzten Jahr, also im Vergleich zur ersten überholten Ausgabe der Gordel, auf 23.000 Teilnehmer verdoppelt.

Die Betonung liegt seit letztem Jahr eher auf dem kulturellen, touristischen und sportlichen Charakter. Zur diesjährigen Ausgabe des Gordelfestivals sind deshalb auch viele Leute gekommen, die nie zuvor an so einer Gordel teilgenommen hatten.

Philippe Paquay vom Veranstalter Bloso betonte am Sonntag auch: Seit letztem Jahr wurde es höchste Zeit, dass wir das Konzept etwas veränderten. Wir haben jetzt eigentlich Sport, Kultur und Tourismus kombiniert. Diese 3 Elemente zusammen wollten wir während des ganzen Sommers anbieten. Wir haben das ab Juni, Juli gemacht und heute am 7.9. ist das vor allem ein sportlicher Höhepunkt."

Die flämischen Regionalisten von der N-VA, von denen drei flämische Minister beim Gordelfestival mitradeln, finden wiederum, dass die flämische, politische Botschaft der Veranstaltung etwas mehr im Vordergrund stehen sollte. "Geplant war, das Festival, also die Gordel zu erweitern. Ich finde, dass man auch das ursprüngliche Ziel nicht aus den Augen verlieren darf. Betont werden sollte sowohl der flämische als auch der grüne Charakter der Gemeinden und ein Ausbau der Gordel. Ich hoffe, dass uns  das noch in den nächsten Jahren gelingt", betonte Ben Weyts (N-VA), flämischer Minister für die Gemeinden rund um Brüssel.