Friedenskonferenz in Antwerpen

In Antwerpen hat am Sonntag die dreitägige Friedenskonferenz der Sankt-Egidius-Gemeinschaft begonnen. 300 führende Geistliche vieler verschiedener Religionen und tausende Gläubige und Friedensaktivisten versammelten sich und suchten zum Thema „Friede ist die Zukunft“ den Dialog.

Andrea Riccardi, der Gründer der Sankt-Egidius-Gemeinschaft begrüßte am Sonntag um 17 Uhr die vielen Teilnehmer in der Stadsschouwburg in Antwerpen. Es kam eine so große Zahl an vor allem männlichen Geistlichen, dass sie in den Gängen und bis auf den Platz vor dem Theater standen. Auch Vian Dakheel, ein Repräsentant der Jesidischen Minderheit im Irak, war anwesend und setzte sich für seine Glaubensgenossen ein, obwohl er die Friedenskonferenz für naiv hält: „Etwas für die Flüchtlinge zu sagen, nach allem was jetzt vor allem im Irak passiert, ja, das ist naiv.“

Aus der Politik kamen außerdem der scheidende belgische Premierminister Elio Di Rupo, der Bürgermeister der Stadt Antwerpen, Bart de Wever und Herman Van Rompuy der, EU-Ratsvorsitzende (CD&V).

Verschiedene Muftis, islamische Rechtsgelehrte, Rabbiner, orthodoxe Patriarchen und Priester aus Kriegsgebieten entschieden sich allerdings dazu nicht an der Friedenskonferenz teilzunehmen. „Sie wollen ihr Land und ihre Leute in solch schwierigen Lagen nicht verlassen. Wir sind aber in Gedanken mit ihnen Verbunden“, so Johan Bonny, der Bischof von Antwerpen. „Nun folgen noch 2 Tage des Gebets und der Besinnung darüber, wie Glaube Frieden bringen kann. Inspiration holen sich die Teilnehmer auch aus der Erinnerung an September 1914“, fügte er noch hinzu.

Die Entstehung der Friedenskonferenz

Die jährliche Friedenskonferenz wurde von Johannes Paulus II ins Leben gerufen und fand zum ersten Mal am 27. Oktober 1986 in Assisi statt. Durch die Anschläge am 11. September 2001 bekam das internationale religiöse Treffen dann eine neue Bedeutung. Bischof Johan Bonny betont den symbolischen Wert des Zusammenkommens und des Aufrufs zum Dialog. „Die Begegnung soll aber nicht einseitig sein“, sagte er.