Plante Nemmouche einen Anschlag in Paris?

Mehdi Nemmouche, der mutmaßliche Täter des blutigen Anschlags auf das Jüdische Museum in Brüssel, soll auch ein Attentat in Paris geplant haben. Nach einer Meldung der französischen Tageszeitung Libération wollte der radikale Islamist Frankreich am Nationalfeiertag „mitten ins Herz“ treffen.

Libération beruft sich auf Aussagen ehemaliger französischer Geiseln der damals noch ISIS genannten islamistischen Terrorgruppe IS. Diese Geiseln waren im April 2014 freigelassen worden. Zuvor hatte das französische Blatt Le Monde gemeldet, dass Nemmouche internationale Geiseln der Terroristen in Syrien bewacht und gefoltert haben soll.

Jetzt sagten diese ehemaligen Geiseln aus, dass Nemmouche für den 14. Juli dieses Jahres, dem französischen Nationalfeiertag, einen Anschlag in der französischen Hauptstadt geplant haben soll und zwar nach eigenen Angaben „mitten im Herzen von Paris“. Genaue Angaben einem präzisen Anschlagsziel wurden aber von Seiten der Zeitung Libération nicht genannt.

Die ehemaligen Geiseln berichteten, dass Nemmouche ihnen von seinen Plänen erzählt habe. Er wolle dabei "fünfmal härter zuschlagen, als Mera". Hinter Mera steckt offenbar Mohammes Mera, der bei einem Anschlag im Jahr 2012 in Toulouse sieben Menschen ums Leben brachte.

Inzwischen häufen sich die Zeugenaussagen französischer Journalisten, die Nemmouche in Syrien gekannt und jetzt wiedererkannt haben wollen. Ein Mitarbeiter des Blattes Le Point sagte aus, der mutmaßliche IS-Terrorist sei auch an der Entführung von westlichen Ausländern in dem Bürgerkriegsland beteiligt gewesen - darunter vier französische Reporter.

Die französische Justiz reagierte am Montag auf die entsprechenden Presseberichte und legte Wert auf die Aussage, dass es für die Behauptungen der Journalisten derzeit keine Belege gebe und das auch keine entsprechenden juristischen Schritte, wie Anklagen oder Ermittlungen vorliegen würden.

Mehdi Nemmouche steht unter dem dringenden Verdacht, den Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel im Mai dieses Jahres begangen zu haben. Dabei kamen drei Menschen sofort ums Leben. Ein viertes Opfer verstarb einige Zeit später an den Folgen von schweren Verletzungen.

Der von der französischen Justiz im Juli an Belgien ausgelieferte Nemmouche muss am kommenden Freitag erneut vor dem Haftrichter in Brüssel erscheinen. Dann entscheidet sich, ob der Nordfranzose weiter in Untersuchungshaft in Belgien bleibt.

Enthauptete IS einen Imam aus Brüssel?

Angeblich ist der Brüsseler Imam Iliass Azaouaj in Syrien von der islamistischen Terrorgruppe IS enthauptet worden. Nach Meldung mehrerer belgischer Medien verdächtigte die IS Imam Azaouay angeblich der Zusammenarbeit mit dem belgischen und dem marokkanischen Geheimdiensten. Letztes Jahr machte ein Foto in den sozialen Netzwerken und in der belgischen Presse die Runde, die den Imam gemeinsam mit der damaligen belgischen Innenministerin Joëlle Milquet (CDH) zeigte. Dies werteten Mitglieder von IS offenbar als Zeichen der Staatstreue.

Der Brüsseler Imam hatte sich vor einiger Zeit nach Syrien abgesetzt und drohte später von dort aus mit einem Terroranschlag gegen Belgien. Nach Medienangaben hält die Terrorgruppe IS derzeit etwa 17 aus dem Westen stammende Syrienkämpfer gefangen, denen sie nicht vertraut. Darunter sollen auch zwei Belgier sein. Auch der wieder nach Belgien zurückgekehrten Jugendlichen Jeroen Bontinck aus Antwerpen gab an, eine Zeit lang Geisel der IS gewesen zu sein. Er soll dabei auch den beiden jüngst enthaupteten US-Journalisten begegnet sein.