Sparpolitik: Sportvereine erhöhen Mitgliedsbeiträge

Viele Sportvereine im belgischen Bundesland Flandern müssen ihre Mitgliedsbeiträge erhöhen, weil die neue Landesregierung sparen muss und den Gürtel enger schnallt. Bei den meisten Sportclubs herrscht die Angst vor, dass sie in Zukunft deutlich weniger Zuschüsse vom Land, von der Kommune oder von der Provinz erhalten werden.

Viele Sportvereine in Flandern planen eine Erhöhung ihrer Beiträge oder haben dies bereits veranlasst. Dabei handelt es sich meist um Betragserhöhungen, die zwischen 10 und 15 % der bisherigen Zahlungen liegen.

In erster Linie sollen damit höhere Mieten für den Gebrauch von kommunaler Sportinfrastruktur finanziert werden, doch dahinter verbirgt sich auch die mittelfristige Angst vor ausbleibenden oder sinkenden Zuschüssen von Seiten der öffentlichen Hand. Für Mietpreiserhöhungen oder höheren Gebühren für die Nutzung von öffentlicher oder privater Sportinfrastruktur haben die Vereine durchaus Verständnis und auch die angeschlossenen Mitglieder oder die Eltern von sportbegeisterten Kindern in den Vereinen verschließen sich dem nicht.

Ganz im Gegenteil: Seit den Erfolgen der Roten Teufel im Rahmen der vergangenen Fußball-WM entstehen Wartelisten bei den Einschreibungen von Kindern in Fußballclubs. Doch allgemein gilt finanzielle Vorsicht. Im Koalitionsabkommen der neuen flämischen Landesregierung wird den Städten und Gemeinden Entscheidungsfreiheit bei der Verwendung von öffentlichen Finanzmitteln eingeräumt, die bisher gesetzlich nur an Sportvereine fließen durften. Da aber viele Kommunen derzeit finanziell heftig unter Druck stehen, könnten solche Mittel auch für andere Zwecke verwendet werden.

"Wir leben nicht in einem reichen Flandern…"

Flanderns alter und neuer Landessportminister Philippe Muyters (N-VA) sagte am Montagmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion dazu, dass er mithelfen werde, Lösungen für dieses Problem zu finden: „Wenn sich dieser Trend, dass die Clubs Erhöhungen ihrer Beiträge planen, müssen wir dafür sorgen, dass die Hemmschwelle, Sport betreiben zu wollen, weiter niedrig bleibt. Das kann man mit Sozialtarifen erreichen oder aber effektiv mit der Erhöhung von Zuwendungen. Aber, wir wissen alle, dass wir nicht in einem reichen Flandern leben. Flandern muss sparen und das wird nicht einfach sein. Ich werde mich mit den Sportverbänden und mit der Bloso (die Sportbehörde des belgischen Bundeslandes Flandern (A.d.R.) an einen Tisch setzen. Es ist bereits eine Versammlung geplant und wir werden diesen Punkt auf die Tagesordnung setzen.“