Delhaize: Unzufriedenheit nach Sozialgesprächen

Am Montag haben die Direktion und die Gewerkschaften der belgischen Warenhaus-Kette Delhaize nach langem wieder Gespräche bezüglich der Umstrukturierung des Unternehmens geführt. Diese verliefen einmal mehr ergebnislos. Die Direktion will von der Schließung von 14 Filialen und von der Streichung von rund 2.500 Stellen nicht abrücken.

Die Warenhaus-Gruppe Delhaize steht wirtschaftlich unter Druck und verliert Marktanteile. Die knallharte Konkurrenz unter den Warenhaus- und Supermarktketten, die in Belgien aktiv sind - darunter auch Discounter aus Deutschland und den Niederlanden – sorgt für in Belgien bisher kaum erlebte Preiskriege und Delhaize kann hier offenbar nicht mehr mithalten.

Am Montag trafen sich Vertreter der Direktion und der Gewerkschaften in Brüssel in der Unternehmenszentrale der Gruppe zu neuerlichen Gesprächen vor der Aufnahme von effektiven Sozialverhandlungen. Doch die Direktion wollte auch jetzt nicht von der Streichung von rund 2.500 Stellen abrücken, was die Gewerkschaften eindringlich forderten. Man wolle lediglich so viel wie möglich direkte Entlassungen vermeiden, hieß es von Seiten der Direktion. Auch will Delhaize an der Schließung von 14 Supermärkten festhalten.

Delhaize hatte die Umstrukturierung im Juni überraschend angekündigt. Erste Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern waren entweder ergebnislos verlaufen oder aber sofort abgebrochen worden. Dies unter anderem, weil Delhaize-CEO Dennis Knoops abschätzige Bemerkungen in der Öffentlichkeit losgelassen hatte und weil er zu einem vereinbarten Termin mit den Gewerkschaften gar nicht erst erschienen war.

Keine Entspannung

Die Gewerkschaften hatten gehofft, nach der Sommerpause entspannter mit der Delhaize-Direktion verhandeln zu können, stießen jedoch weiter auf hartnäckigen Widerstand. Die Gewerkschaften erhoffen sich einen für die Beschäftigung bei Delhaize nachhaltigen Zukunftsplan bei dem Unternehmen, doch es wird wohl innerhalb einer auf drei Jahre angesetzten Umstrukturierung zu Lohn- und Gehaltsverzicht kommen. Das jetzt Streikaktionen oder Arbeitsniederlegungen folgen werden, scheint wohl unvermeidlich, gerade auch, weil Delhaize ankündigte, 450 Mio. € in eine neue Marktstrategie investieren zu wollen. Für den 22. September ist eine neue Betriebsratssitzung angesetzt worden.