Ebola: Soll B-Fast in Westafrika helfen?

Belgien soll dringend eines der sogenannten B-Fast Teams, die Nothelfereinheiten der belgischen Armee (hier auf einem Archivfoto von 2010 in Haiti zu sehen), nach Westafrika schicken, um bei der Bekämpfung der Ebola-Epidemie zu helfen. Das fordern rund 20 belgische Ärzte, darunter der Virologe Marc Van Ranst, in einem offenen Brief. Alle westlichen Länder, die genug medizinische und militärische Mittel zur Verfügung haben, müssen agieren, heißt es dort.

Den Ärzten zufolge ist keine Zeit mehr zu verlieren. Dass die Vereinigten Staaten und die Europäische Kommission bereits Gelder zur Verfügung gestellt haben sei nicht ausreichend. Es werden noch Wochen oder gar Monate vergehen, bis die Hilfsmittel und Helferteams vor Ort sein werden können. Der Weltgesundheitsorganisation zufolge sind inzwischen bereits über 2.000 Menschen an Ebola gestorben.

Der VRT Afrika Korrespondent Peter Verlinden ist derzeit in Liberia, dem am stärksten von der Ebola-Epidemie betroffenen Land. Auch er findet, dass ausländische Hilfe dringend benötigt wird. „Ob es ein B-Fast Team ist oder eine andere internationale Hilfeleistung; fest steht, dass man die Epidemie nur mit einem systematischen Ansatz unter Kontrolle bekommen wird. Dafür werden viele Menschen und Mittel benötigt. Und der Blick fällt auf Belgien, schon allein, weil Brussels Airlines noch hier her fliegt“, so Verlinden.

„Weder gut genug ausgebildet noch ausgerüstet“

Dem Notarzt Nico Rooselaer aus dem Allgemeinen Stadtkrankenhaus in Aalst (Provinz Ostflandern) zufolge, ist das belgische B-Fast Team aber weder gut genug ausgebildet noch ausgerüstet, um in Westafrika eingesetzt zu werden. Rooselaer streitet nicht ab, dass mehr ausgebildetes medizinisches Personal in Westafrika benötigt wird, aber den Aufruf das B-Fast Team dort einzusetzen unterstützt er nicht.

„Die Frage ist, ob das B-Fast Team dafür am besten geeignet ist. Ich glaube, dass die größeren NGOs, wie zum Beispiel das Rote Kreuz, für diese Aufgabe besser ausgerüstet sind. Sie haben auch mehr ausgebildetes Personal und Menschen zur Verfügung, die sich dazu verpflichtet haben, längere Zeit im Ausland zu sein“, so Rooselaer.

„Das B-Fast Team wurde nicht dafür konzipiert, längere Einsätze im Ausland durchzuführen. Unsere Infrastruktur ist einfach nicht dafür geeignet. Außerdem hat das Personal eine Verpflichtung gegenüber seinem Krankenhaus und kann deswegen nur kurze Zeit abwesend sein. Es handelt sich in diesem Fall doch mindestens um einen Einsatz von mehreren Wochen. Dazu kommt dann noch die Quarantäneperiode, die bei der Rückkehr beachtet werden muss, also 21 Tage“, fügt er hinzu.

Rooselaer findet, dass das B-Fast Team eher für akute Situationen wie Erdbeben oder Überschwemmungen geeignet ist, bei denen über kurze Zeit intensive medizinische Hilfe nötig ist. Er selbst sei nicht dafür ausgebildet worden, Infektionskrankheiten wie Ebola zu behandeln. Und alle 250 B-Fast Mitglieder erst eine zusätzliche Ausbildung machen zu lassen, würde viel Zeit in Anspruch nehmen, betont Rooselaer.