Studie: Einkommen in Belgien gerecht verteilt

In keinem anderen Land in Europa ist die Ungleichheit zwischen den verfügbaren Einkommen so klein, wie in Belgien. Das bedeutet, dass es Belgien schafft, die Kluft zwischen den höheren und den niedrigeren Einkommen zu kompensieren. Diese Feststellung kommt aus einer britischen Studie, die die flämische Tageszeitung De Standaard in ihrer Dienstagsausgabe veröffentlicht.

Diese Angleichung der Einkommen in Belgien ist auf die Steuerpolitik zurückzuführen, denn hier werden die Einkommen quasi von „reicher“ in Richtung „ärmer“ verschoben und dies hat einen umverteilenden Effekt: Niedrige Einkommensgruppen können von einem geringen Steuerdruck profitieren, wodurch die Einkommen nach Steuern auf einander zuwachsen.

Um nur ein Beispiel zu nennen: In Belgien sorgen die 10 % reichsten Bürger oder Familien für rund 50 % der steuerlichen Einnahmen durch Einkommenssteuern. Doch auch die soziale Sicherheit spielt hier eine gewichtige Rolle: Kinderzulagen, Arbeitslosengeld oder Pensionen drücken die Einkünfte in den niedrigeren Einkommensgruppen nach oben.

Die progressive Handhabe des Steuerwesens in Belgien kann aber nicht verhindern, dass auch im wohlstandsverwöhnten Belgien eine nicht zu unterschätzende Armut herrscht.

Ive Marx, Professor am sozialpolitischen Zentrum der Antwerpener Universität (UA), sagte dazu am Dienstagmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion: „In Sachen Armut befindet sich Belgien im Mittelfeld in Europa. Bei uns bleibt vor allem die Kinderarmut groß und auch Personen, die lediglich von einem Ersatzeinkommen leben müssen, bleiben echt arm.“

Davon sind in unserem Land besonders viele alleinerziehende Mütter und auch alleine lebende Rentner betroffen. Marx rät Belgien dazu, sich mehr um die Einkommensgruppen am Ende der sozialen Leiter zu kümmern. Unser Land könnte dabei die skandinavischen Länder als Beispiel nehmen.