300 bis 350 Jugendliche aus Belgien in Syrien

Nach Schätzungen des belgischen Außenamtes in Brüssel sind zwischen 300 und 350 Jugendliche aus Belgien in Richtung Syrien oder Irak abgereist, um dort an der Seite islamistischer Rebellen- oder Terrorgruppen in den Heiligen Krieg zu ziehen. Diese Zahlen beruhen auf Angaben der Polizei- und Nachrichtendienste in Belgien.
AP2014

Staat, Polizei und lokale Behörden beobachten aus Belgien stammende Syrienkämpfer bei der Rückkehr in ihre Heimat sehr genau. Einige von ihnen wurden bereits von der Justiz, der Polizei oder vom belgischen Geheimdienst verhört oder befragt. Das belgische Innenministerium ergänzt diese Meldungen mit der Bemerkung, dass andere europäische Länder die hiesige Herangehensweise an dieses Problem übernommen haben und ähnlich vorgehen.

Mittlerweile hat sich ein reger Austausch von Informationen zu diesem Thema auf internationaler Ebene ergeben. Neun besonders von diesem Phänomen betroffene Länder tauschen inzwischen systematisch ihre Ermittlungsergebnisse und die daraus gewonnenen Erkenntnisse unter einander aus: Belgien, Deutschland, Dänemark, Schweden, die Niederlande, Großbritannien, Irland, Frankreich und Spanien.

Kortrijk

In der westflämischen Stadt Kortrijk hat die lokale Polizei Vertreter aller Mittelschulen zu einer Informationsversammlung eingeladen, bei der die Behörden erklären, wie die Schulen am besten mit jungen Moslems umgehen sollen, die sich mehr und mehr religiös radikalisieren. Im vergangenen Sommer sind drei Jugendliche aus Kortrijk in Richtung Syrien verschwunden und die Stadt sah sich gezwungen, zu reagieren, da diese Problematik vor allem in den Schulen Fragen aufwirft.