Brüssel bemüht sich um ein besseres Image…

In Brüssel tut sich einiges, um der belgischen und europäischen Hauptstadt ein besseres Image zu geben. Manchmal gelingt das, doch manchmal geht das auch gründlich daneben. Kutschen für Touristen und Ordnung bei den „Food Trucks“ sind dabei positive Herangehensweisen, doch der Schumanplatz bleibt ein Verkehrsübel und die Straßenprostitution ein Problem.

Pferdekutschen

Im vergangenen Jahr haben die Pferdekutschen, die seit einiger Zeit Touristen Rundfahrten durch die historische Brüsseler Innenstadt fahren, einen Erfolg verbuchen können. Nicht weniger als 12.000 Personen buchten 2013 eine solche Fahrt. Brüssels Fremdenverkehrsamt ist begeistert und ausländische Gäste sind es auch, doch manche Zeitgenossen haben ihre Bedenken.

Der „Orden von Manneke Pis“ zum Beispiel sieht es nicht gerne, wenn diese Kutschen durch die enge Gasse fahren, während an diesem fast berühmtesten Brüsseler eine der traditionellen Zeremonien stattfindet. Jährlich hält der Orden rund 130 solcher Zeremonien ab. Hier befürchtet man Schlimmstes, wenn einmal ein Kutschpferd bei der Musik einer Fanfare aufschreckt. An der Qualität der Darbietung muss das nicht unbedingt liegen…

Schumanplatz

Die prestigeträchtigen Pläne, den Schumanplatz im Herzen des Brüsseler Europa- und Regierungsviertel in absehbarer Zeit autofrei zu gestalten, sind offenbar das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind. Laut einer Meldung der Brüsseler Stadtzeitung Brussel Deze Week (BDW) sind die Vorschläge regelrecht im Müll gelandet. Noch 2011 hatte Beliris, der Kooperationsverband zwischen der Region Brüssel-Hauptstadt und der belgischen Staatsverwaltung, einen Wettbewerb ausgeschrieben, der dieses Projekt auf den Weg bringen sollte.

Vorschläge gingen daraufhin einige ein, doch Beliris hat den Gewinner der Ausschreibung, den Architekten Xavier De Geyter, vor die Türe gesetzt, weil man sich nicht auf ein Honorar einigen konnte. Jetzt ist das Architekturbüro Arcadis am Zuge, doch dieses arbeitet bisher nur an der Neugestaltung der Metrostation Schuman. Die Anträge auf Baugenehmigung für das De Geyter-Projekt sind übrigens nie beantwortet worden…

Fressbuden

Die Stadt Brüssel hat sich jüngst dem Wildwuchs der vielen Essensstände in der Metropole gewidmet und verordnet, dass diese nicht gleich wo ihre Zelte aufschlagen können, um ihre Produkte an den Mann oder die Frau zu bringen. In Zukunft ist dies nur noch an 13 dazu ausgezeichneten Stellen in der Hauptstadt möglich. Dazu gehören unter anderem der De Brouckère Platz, die Naamsepoort, die Hafenallee und der Märtyrerplatz.

Dazu wurde ein regelrechtes Projekt ins Leben gerufen, dass unter dem Namen „Food Truck Parcours“ firmiert. Die Betreiber dieser mobilen Fressbuden müssen über eine Zulassung durch die Stadt verfügen und dürfen sich nicht fest an einem Ort installieren, sondern sie sollen zwischen den angedeuteten 13 Standorten hin und her rotieren.

Prostituierte

Am Mittwoch haben Arbeiter der Stadt Brüssel einige der Sitzbänke an der Koopliedenstraat abgebaut, weil sich hier nur noch Straßenprostituierte hinsetzten, um von dort aus Freier auf sich aufmerksam zu machen. Einige Anwohner des Viertels hatten dies gefordert. Die Bänke befanden sich unmittelbar vor der Snackbar „New York“ und die sich dort versammelnden Prostituierten und Freier sorgten Tag und Nacht für Lärmbelästigung. Trotz des Verbots für die Huren, sich dort noch niederzulassen, blieben diese dort.

Brüssel hat in der Umgebung um die Königliche Flämische Schauburg (KVS) und im so genannten Alhambra-Viertel nach Anwohner- und Geschäftsleuteprotesten einen Sperrbezirk verfügt und den Prostituierten neue Gebiete zugewiesen, doch die tatsächliche Umsetzung davon lässt auf sich warten und zeigt nur mäßigen Erfolg. Deshalb fordern Anwohnerkomitees auch den Einsatz von Polizisten, doch die lassen auch auf sich warten…