100-200 nichterkannte Morde jährlich

Der frühere Generalstaatsanwalt Yves Liégeois hat eine Strategie entworfen, die dazu beitragen soll, dass so genannte ‚verborgene‘ Morde in Zukunft aufgedeckt werden. Jedes Jahr werden 100 bis 200 Morde nicht als solche erkannt. „Die Behörden sind es den Opfern und ihren Familien schuldig, bessere Ermittlungsmethoden zu entwickeln“, so Liégeois.

„Belgien ähnelt in dieser Hinsicht einem Entwicklungsland, weil es hier mancherorts möglich ist zu morden und trotzdem straffrei davon zu kommen“, sagt Liégeois.

In seinem Strategiepapier beschreibt er die korrekte Vorgehensweise, die während den Ermittlungen in einem potentiellen Mordfall unternommen werden müssen. Falls es einen Anlass dafür gibt, daran zu zweifeln, dass ein Toter eines natürlichen Todes gestorben ist, müssen die Mordkommission, ein Pathologe und die Spurensicherung eingeschaltet werden.

„Wenn mein Strategiepapier richtig umgesetzt wird, werden in verdächtigen Fällen Spuren gefunden werden, denen man nachgehen kann. Dadurch werden Mörder in Zukunft nicht mehr so ohne weiteres davon kommen“, so Liégeois.

Der frühere Generalstaatsanwalt möchte, dass seine Strategie zur Standardrichtlinie wird, an die sich alle Ärzte, Richter, Polizisten und Pathologen halten müssen. „Wir sollten davon ausgehen, dass es Mörder gibt, die frei herumlaufen und ihrem Alltag nachgehen. Die Behörden dürfen das nicht weiter zulassen. Wir schulden es den Opfern und ihren Familien“, fügt er noch hinzu.