Belgien übernimmt Vorsitz der Walfangkommission

Belgien hat nur etwa 66 km Küstenlinie und dort, vor der Nordseeküste tummeln sich nicht unbedingt viele Wale. Und doch übernimmt unser Land in der kommenden Woche für die Dauer von zwei Jahren den Vorsitz der Internationalen Walfang-Kommission (IWC). Ziel dieser Kommission ist, die Jagd auf Wale international zu regeln.
Christopher Michel / Barcroft USA

Neben der Regelung des Walfangs obliegt der Internationalen Walfang-Kommission aber auch das Verhindern von Bedrohungen gegen diese Meeressäugetiere, bzw. der Forschung des Lebens dieser Tiere. Es sei absolut nicht nötig, dass ein Land selbst Wale hat, um der Internationalen Walfang-Kommission vorsitzen zu können, sagte Jan Haelters, Meeresbiologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Königlichen Belgischen Instituts für Naturwissenschaften gegenüber der flämischen Tageszeitung De Morgen:

„In dieser Kommission sind auch Länder vertreten, die gar nicht erst über ein Seegebiet oder eine Küste verfügen. Ein Land wird Mitglied in der IWC, weil es der Ansicht ist, dass dies wichtig ist.“ In dieser Internationalen Walfang-Kommission sind viele Länder, die dies für wichtig erachten. Die Mitgliedsländer in der IWC sind derzeit in zwei Lager aufgeteilt, wie De Morgen dazu schreibt: Ein Lager, darunter Belgien und auch alle anderen EU-Mitgliedsländer, ist gegen Walfang und das andere Lager befürwortet die Jagd auf Walfische.

Die Befürworter davon wollen die Abschaffung des Walfang-Moratoriums aus dem Jahr 1986 erreichen, bzw. die Verlängerung dessen verhindern. Dieses Moratorium stellt ein zeitlich begrenztes Verbot des kommerziellen Walfangs dar. Es gelten lediglich Ausnahmen für Traditionen bestimmter Völker und zu wissenschaftlichen Zwecken, wovon vor allem Norwegen und Japan regen Gebrauch machen. Die Japaner wollen übrigens bald wieder mit dem kommerziellen Walfang beginnen. Norwegen und Island haben das Moratorium zudem gar nicht erst unterzeichnet und müssen sich dem gar nicht erst unterziehen…

Seit dieser Woche trifft sich die Internationalen Walfang-Kommission zu ihrer 65. Sitzung in Slowenien. Dort wird es zu heftigen Diskussionen kommen. Die Walfanggegner haben derzeit aber noch stimmenmäßig die Mehrheit.