Flanderns Universitäten geht das Geld aus

Die Universitäten im belgischen Bundesland Flandern läuten die Alarmglocken, denn ihnen gehen so langsam die finanziellen Mittel aus. Die Online-Redaktion der flämischen Wirtschaftszeitung De Tijd meldet am Freitag, dass die Haushalte der Unis nicht im gleichen Maße steigen können, wie die der Studenten. Ausgerechnet jetzt fordert die neue flämische Landesregierung zu Einsparungen im Bildungswesen auf.
BELGA/VAN ASSCHE

Die Zahl der Studenten an flämischen Universitäten ist in den vergangenen fünf Jahren um etwa 25 % angestiegen. Dem gegenüber stieg der Personalbestand dieser Unis nur um knapp 4 %. Diese Zahlen machen unterstreichen die Problematik, denn der Funktionshaushalt der Universitäten in Flandern steigt deutlich langsamer, als die Zahl der sich einschreibenden Studenten. Dies bringt auf Dauer einen qualitativ hochwertigen Unterricht in Gefahr.

De Tijd online führt ein Beispiel an: der Dekan der Wirtschafts-Fakultät an der Universität Gent (UGent), Marc Declerq, gibt 1.500 Studenten des ersten Jahres Unterricht im Fach Wirtschafsrecht. Ihm zur Seite stehen dabei zwei Assistenten. Damit wird es quasi unmöglich, den Studenten am Ende des Studienjahres mündliche Examen abzunehmen. Allgemeine Finanzknappheit zeigt sich im flämischen Universitätswesen auch im Bereich Infrastruktur. Zu klein werdende Hörsäle und Aulen sind eher die Regel als die Ausnahme.

Vorläufig behelfen sich die Universitäts-Verwaltungen noch mit Geldern aus ihren Reserven für Immobilien- und Forschungsprojekte, doch bis etwa 2019 werden diese Reserven wohl an ihre Grenzen gestoßen sein, so De Tijd online. Die Erhöhung von Einschreibe- und Studiengebühren, ohnehin ein strittiges Thema in Flandern, wäre wohl nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, denn Wunder würde das auch nicht liefern. Die Katholische Universität von Löwen (KU Leuven) generiert z.B. nur etwa 4 % ihres Haushalts aus solchen Gebühren.