Ab 2015 verbietet Flandern unbetäubtes Schächten

Das belgische Bundesland Flandern verbietet ab dem kommenden Jahr das Schächten von nicht betäubtem Vieh, wie der für Tierschutz zuständige Landesminister Ben Weyts (N-VA) ankündigte. Für das nächste islamische Opferfest am 4. Oktober ist das rituelle Schächten an zu diesem Zweck eingerichteten Schlachtplätzen aber noch erlaubt. Eine sofortige Umsetzung dieser Regelung hätte lediglich für ein Chaos gesorgt, wie aus dem Kabinett Weyts verlautete.

Im vergangenen Jahr wurden Flandern-weit noch rund 22.000 Schafe im Zuge des Opferfestes an 57 dazu eingerichteten Schachtplätzen rituell geschlachtet. Doch im Vorfeld des kommenden Opferfestes am 4. Oktober wird dies in Flandern wohl das letzte Mal sein, dass das nicht betäubte rituelle Schlachten von Schafen behördlich erlaubt ist. Ab dem kommenden Jahr dürfen gläubige Moslems in Flandern ihre für das Opferfest erworbenen Tiere nur noch in offiziellen Schlachthöfen im Land schlachten lassen und zwar den gesetzlichen Regeln entsprechend,. Das bedeutet, dass die Tiere vor der Schlachtung getötet werden müssen.

Moslems völlig überrascht

Die Moslem-Exekutive in Belgien reagierte völlig überrascht. Sie wurde erst am Freitag von der ab dem kommenden Jahr geltenden Tierschutzregelung in Flandern unterrichtet. Mohammed Achaibi, der Sprecher der Exekutive, sprach von einer totalen Überraschung: „In den vergangenen Jahren hat sich das Konzept der zeitlich begrenzt nutzbaren Schlachtplätze bewährt. Es lagen Umwelt- und Betriebsgenehmigungen der lokalen Verwaltungen und der Polizeiordnung vor und es war, wie vorgeschrieben, immer ein Tierarzt dabei. Zudem waren die rituellen Schlachter von der Moslem-Exekutive anerkannt. Alles funktionierte Gesetzeskonform. Das jetzt alles wegwerfen ist, meiner Meinung nach, keine gute Entscheidung.“

Tierschützer fast zufrieden

Die belgische Tierschutzorganisation Gaia führt seit August dieses Jahres massiv Kampagne gegen das unbetäubte rituelle Schächten von Tieren und forderte von neuen flämischen Tierschutzminister Ben Weyts drastische Maßnahmen dagegen. Michel Vandenbosch, der Vorsitzende von Gaia, zeigte sich von dem Schritt der flämischen Landesregierung erfreut: „Das ist eine wichtige Etappe. Aber, das Leid der unbetäubt geschächteten Tiere ist noch immer ein ungelöstes Problem.“ Gaia hofft jetzt, dass sich jetzt Wallonien und die Brüsseler Hauptstadt-Region dem Schritt Flanderns anschließen. Tun sie das nicht, erwägt Gaia juristische Schritte.