"Wir müssen weg vom Verkehrsinfarkt"

Vor dem Start der „Woche der Mobilität“ ruft der Verband der belgischen Unternehmer (VBO) die verschiedenen Regierungen in unserem Land dazu auf, ein Gesamtkonzept für Verkehr und Mobilität auszuarbeiten. Nach Ansicht von VBO-CEO Pieter Timmermans führt kein Weg an einem interföderalen Mobilitätsplan vorbei.

„Wir müssen dringend weg vom Verkehrsinfarkt. Es gibt keine andere Option, als die Option der Erarbeitung eines interföderalen Mobilitätspakts“, sagte der CEO des Verbandes der belgischen Unternehmer (VBO) zu der Problematik. Der Unternehmerverband ruft kurz vor der „Woche der Mobilität“ in Belgien und kurz vor der neuen Regierungsperiode die verschiedenen Regierungen in Bund und Ländern dazu auf, gemeinsam die Grundlagen für eine nachhaltige Verkehrspolitik aufzeichnen sollen.

CEO Pieter Timmermans (kl. Foto) nennt ein Beispiel, bei dem sich verschiedene betroffene Regionen zusammensetzen sollen: „Der Brüsseler Ring (Foto oben), von dem einige Trajekte unter die Zuständigkeit verschiedener Regionen fallen, ist ein Beispiel, wie kein zweites, um aufzuzeigen, dass kein Weg an einer gemeinsamen Verkehrspolitik vorbei führt.“

Als Dachverband der Unternehmer und als Sozialpartner erklärt sich der VBO dazu bereit, die Machbarkeit und den Impakt verschiedener Vorgehensweisen zu untersuchen, um so seinen Teil zu diesem Gesamtkonzept beitragen zu können. Nach Ansicht der Verbandes liegen einige Bausteine dazu bereits auf dem Tisch: Die Schlüsselrolle, die der Eisenbahn und den Häfen eingeräumt wird und die geplante Straßennutzungsgebühr zu Hauptverkehrszeiten, die keine Einnahmequelle sein soll, sondern ein Mobilitätsinstrument. Dadurch sollen die Verkehrsströme zu Gunsten des Verkehrsdrucks verteilt werden.

Doch nach Ansicht des belgischen Unternehmerverbandes müssen auch die Infrastruktur und die juristische Handhabe der Verkehrsthematik den Gegebenheiten angepasst werden. Nicht zuletzt sollte der öffentliche (Nah)Verkehr mehr auf die Nöte und Sorgen der Wirtschaft ausgerichtet werden, so Timmermans. Wenn keine Alternativen zum Nahverkehrsangebot vorliegen, dürften die Arbeitnehmer nicht zum Opfer dieser Situation werden.

Alle sind Opfer

Der VBO legt in diesem Zusammenhang Wert auf die Aussage, dass der Verkehrsinfarkt nicht nur die von Transport von Waren und Gütern abhängigen Bereiche Industrie und Produktion beeinträchtigt, sondern auch den Dienstleistungssektor, z.B. dann, wenn Arbeitnehmer, wie Vertreter, im Stau stehen und nicht zeitig zu Terminen bei Kunden erscheinen können.