Belgien: Nur noch knapp 60.000 kleine Geschäfte

Nach Angaben der Neutralen Gewerkschaft für Selbständige ist die Zahl der Klein- und Einzelhandelsgeschäfte in Belgien innerhalb der vergangenen fünf Jahre auf nur noch knapp 60.000 Läden gesunken. Dem Druck der großen Geschäftszentren und des Online-Handels können viele Selbständige nicht mehr standhalten. Jetzt soll die Politik helfen.

Die nationale Neutrale Gewerkschaft für Selbständige (NSZ) beruft sich bei ihrer Feststellung auf Zahlen und Statistiken des Amtes für Sozialversicherungen für Selbständige. Der Grund für den stetigen Rückzug von selbständigen Klein- und Einzelhändlern, also auch dem traditionellen „Tante Emma-Laden“, ist auf die kaum zu parierende Konkurrenz der Shoppingzentren und des Internethandels zurückzuführen.

Das NSZ fordert von den designierten Koalitionspartnern der Mitte-Rechts-Regierung, die in der Nacht zum Sonntag ihr Abkommen in zweiter Lesung abgerundet haben, Druck auf die Stadt- und Kommunalräte auszuüben, damit diese endlich von ihren „schikanierenden Steuern“ absehen. Dabei führt das NSZ unter anderem Gebühren auf Leuchtreklamen oder Aushängeschilder an. Zudem sollen die zukünftigen Regierungsparteien Maßnahmen einleiten, mit denen die Einzelhändler in Belgien unterstützt werden können.

Die Koalitionspartner haben jetzt zwei Tage Verhandlungspause angesetzt, bevor sie in dritter Lesung ihr Regierungsprogramm abschließen werden. Derzeit beschäftigen sich noch Arbeitsgruppen mit Details. Am Montag soll sich das so genannte „Monitoring-Komitee“ (hohe Beamte, die die Haushaltspolitik beobachten) über die Voraussichten des staatlichen Planungsbüros beugen. Ob dabei etwas im Sinne der Selbständigen und der Geschäftsleute herauskommt, bleibt abzuwarten.